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Das wahre Problem beim Sandkastenspiel: Wohin mit der Harke?

Erst akribisch glätten, dann in den Bunker, an den Rand oder aufs Gras? Regelhüter erwägen alles und können doch nur empfehlen.

Was gilt es beim ablegen der Harke neben dem Bunker zu beachten?

Jordan Spieth war sauer. So sauer, dass er sein Handy aus dem Bag kramte und ein Foto vom Tatort machte, um sich damit bei den Leuten von der PGA Tour zu beschweren. In Runde eins der Players Championship hatte sich des Texaners Ball in einen Bunker verirrt, und der Sand war so schlecht geharkt, dass die Kugel schlimmer gelegen habe als bei einem „Spiegelei“, dem gefürchteten eingegrabenen Ball, erklärte Spieth. Auch wenn er später zugab, „vielleicht etwas überreagiert zu haben“: Ordentliches Harken des Bunkers kommt, in Sachen Etikette, direkt nach dem Ausbessern der Pitchmarken.

Für den Negativfall gilt: Rücksichtsloser gegenüber nachfolgenden Spielern geht‘s kaum! Nicht reparierte Ballkrater in der empfindsamen Grün-Oberfläche erfüllen überdies den Tatbestand der Sachbeschädigung. Zumal Methoden kursieren, die‘s nur schlimmer machen.

Harken für manchen missliebige Pflicht

Nein, nicht mit dem Tee in der „Wunde“ rumstochern, das Aerifizieren ist Aufgabe der Greenkeeper. Und schon gar nicht die Delle durch Hebeln von unten ausbeulen wollen, das reißt die Halme aus der Wurzelmasse und sorgt garantiert für einen toten Punkt. Stattdessen die Pitchgabel an der Rückseite des Einschlags, also gegen die Ballrichtung, einstechen, die „Wundränder“ zur Mitte drücken, damit den Schmiss schließen und mit dem Putter einebnen. Man kann es nicht oft genug schreiben.

Aber zurück in den Bunker. Es ist wahrlich keine Atomwissenschaft, den Sand nach einer hoffentlich erfolgreichen Befreiung fein säuberlich einzuebnen. Für manche Sportkameraden offenbar dennoch eine missliebige Pflicht, die entsprechend schlampig ausfällt. Der Vollständigkeit halber also hier das Standardprozedere: den Bunker an der flachsten und gleichzeitig nächsten Stelle zum Ball betreten, Bunkerharke mitnehmen, nach dem Schlag das Divot notfalls mit der flachen Seite der Harke auffüllen und die Stelle mit der gezahnten Seite akribisch glätten, schließlich den Bunker auf gleichem Weg wieder verlassen und dabei die Fußspuren „radieren“. Schwierig wird es eigentlich erst nach dem Sandkastenspiel: Wohin mit der Harke?

Gerät außerhalb des Bunkers ablegen

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Auf Metallhaltern abgelegt: Mit dieser schlauen Lösung dürfte eine Bunkerharke wohl am wenigsten zum Hemmnis werden. (Foto: Michael F. Basche)



Darüber streiten die Gelehrten, es gibt fast soviel Praktiken wie Sand im Bunker. Ins Hindernis, halb an den Rand gelehnt, ganz außerhalb, mit dem Stiel gegen die Spielrichtung… Sogar spezielle Halterungen werden auf manchen Anlagen gebastelt, damit das Gerät quasi in der Luft hängt – keine schlechte Lösung, die mit ein paar Metallstäben und etwas Handarbeit zu bewerkstelligen ist. Alles dreht sich um die Frage: Wo und wie ist die Harke einem sich ihr nähernden, zumeist wohl ausrollenden Ball am wenigsten im Weg? Jedenfalls ganz sicher nicht, wenn irgendwer sie achtlos quer zur Spielrichtung ins Gras gelegt hat, womöglich mit den Zinken nach oben.

Die Golfregeln wären kein fast unübersichtliches Kompendium, wenn sie nicht alle Eventualitäten berücksichtigen würden. Selbst wenn keine Regel dabei herauskommt. In den „Decisions“ sind unter „Verschiedenes“ allerhand Gedankenspiele aufgeführt, sogar die Platzierung der Harke in der Mitte oder am Rand des Bunkers selbst, um dann zumeist verworfen zu werden. Am Ende folgt eine erwartbare Empfehlung: „Nach Erwägung sämtlicher Aspekte spricht alles dafür, dass Harken außerhalb des Bunkers abgelegt werden sollten, in Bereichen, wo sie am wenigsten die Bewegung des Balls beeinflussen können.“ Also an der dem Fairway abgewandten Seite des Bunkers, parallel zur Spielrichtung.

Ein Top-Platz ohne Bunkerharken

Sofern es in den Platzregeln nicht anders vorgeschrieben ist. Und obwohl die Greenkeeper es nicht besonders toll finden, wenn sie beim Beschneiden der Bunker-Begrünung dauernd vom Mäher steigen müssen, um die herumliegenden Harken aus dem Weg zu räumen. In Pine Valley haben sie das Problem nicht. Trotz unzähliger Bunker. Es gibt auf dem Kurs in New Jersey, der seit undenklicher Zeit zu den allerbesten Plätzen der Welt gehört, nämlich keine Harken. Der Sand wird von der Pflegecrew regelmäßig geglättet, that‘s it! Ansonsten gilt: Spiel den Ball, wie er liegt!



Es gibt freilich Leute, die ihr Wedge gerade nicht zur Hand haben und allein schon deshalb ganz froh über eine Bunkerharke sind, die diversen Regelverstöße in diesem Video mal außer Acht gelassen:

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