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Bryson DeChambeau: Revolutionär mit besonderen Eigenschaften

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20. Apr 2016
Bryson DeChambeau hat bereits sein erfolgreiches Debüt in der Profiliga gefeiert und hat auch sonst einiges zu bieten. (Foto: Getty)
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Er hat das Masters als bester Amateur abgeschlossen und den Sprung ins Profilager gewagt: Bryson DeChambeau ist eine interessante Persönlichkeit.

Er legt seine Bälle in Bittersalz ein, um zu überprüfen, wie balanciert sie sind, ändert seinen Fokus andauernd und möchte irgendwann einmal die Nummer 1 der Welt werden. Auch Bryson DeChambeaus Profi-Debüt lief genau nach Plan: Er belegte bei seinem ersten PGA-Tour-Turnier als Profi, der RBC Heritage, den geteilten vierten Platz und knüpfte damit an seine herausragende Leistung vom Masters an. Der junge Amerikaner hat viele interessante Seiten und Eigenschaften, die nach und nach zum Vorschein kommen, angefangen bei seinem Golf-Trainer.

Mike Schy: Ein Trainer der Alternativen

Als Sohn des ehemaligen Tourspielers Jon DeChambeau hatte der 22-Jährige von Geburt an die besten Voraussetzungen, einmal in die Profiliga einzusteigen. Sein Vater ist ein Bekannter des Trainers Mike Schy, der seine ganz eigenen Methoden hat, seinen Schützlingen das Golfen beizubringen.


Bryson DeChambeau mit seinem Trainer Mike Schy beim Masters 2016 in Augusta. (Foto: Getty)

Bryson DeChambeau mit seinem Trainer Mike Schy beim Masters 2016 in Augusta. (Foto: Getty)

Mit einem Zelt am Ende der Driving Range sorgt der 55-Jährige für Aufsehen auf dem Dragon Fly Golf Course, dem Heimatplatz von Bryson DeChambeau, in Kalifornien. Von außen sieht es zwar zunächst nicht besonders aus, doch hinter den Zeltwänden ist es viel moderner, als bei anderen Trainern: Zwei Computer stehen bereit, an denen sich Schys Spieler ihre Schläge anschauen und analysieren können. Doch DeChambeau sagt selber, dass es zwar eine hilfreiche Methode sei, doch er auf dem Platz alle Zahlen ausblende und sich nur auf seinen Schwung konzentriere.

„The Golfing Machine“ und das „Schy-Wheel“

Mike Schy baut sein Training auf dem Buch „The Golfing Machine“ von 1979 auf, das den Golfschwung in 24 einzelne Abschnitte unterteilt und eine bessere Analyse des Schlages verspricht. Auch DeChambeau hat das Buch gelesen und bindet die Vorschläge in sein Training ein.

Eine weitere innovative Trainingsart ist das sogenannte „Schy-Wheel“, zu deutsch Schy-Rad. Dies ist ein roter Metallkreis, der den Spielern helfen soll, den Schwung auf einer Ebene zu verbessern. Die Schwungtechnik von Bryson DeChambeau ist vor allem durch sein flaches linkes Handgelenk gekennzeichnet, weshalb diese Methode helfen soll, seine Technik zu verfeinern.

Bryson DeChambeau: Sieben Eisen, eine Länge

Den Schwung auf ein und derselben Ebene zu verbessern ist für den Youngster vor allem interessant, wenn man einen Blick in sein Bag wirft: Dort befinden sich sieben Eisen und drei Wedges, die alle dieselbe Länge haben. Dies ist sehr ungewöhnlich und die Experten-Meinungen gehen an dieser Stelle weit auseinander. Das Hauptargument, das dafür spricht, die Schläger auf dieselbe Länge zu bringen, ist ein vereinfachter Schwung, der sich auf verschiedenen Plätzen leicht wiederholen lässt.

„Je schlechter der Golfer ist, desto mehr profitiert er von einem Schläger, der den Schwung verändert und hilft, den idealen Punkt zu treffen“, rechtfertigt DeChambeau seine Wahl. Doch Golf-Experten raten Anfängern nur bedingt dazu, da viele Anpassungen nötig sind und diese Änderungen nicht für jeden Spieler geeignet sind. Es bleibt also fragwürdig, ob der Amerikaner damit wirklich eine Revolution auslöst.

Auch abseits des Platzes eine interessante Person

Nicht nur auf dem Golfplatz sondern auch außerhalb des Grüns ist DeChambeau eine vielseitige Person. Er studiert Physik an der Southern Methodist University (SMU) in Kalifornien und gilt nicht nur deshalb als „Mad-Scientist“ in der Golfwelt. Im Juni 2015 wurde er zum ersten Spieler des SMU-Teams, der die NCAA Individual Championship gewann und durch seinen Sieg bei der US Amateur Championship zwei Monate später stellte er sich auf eine Stufe mit Jack Nicklaus, Phil Mickelson, Tiger Woods und Ryan Moore. Erst fünf Spielern in der Geschichte gelang es nämlich, diese beiden Turniere in einem Jahr zu gewinnen.

Seinen Titel durfte er übrigens nicht verteidigen: Da Josh Gregory, ehemaliger Trainer der SMU Mustangs, durch Abwerbung und Rekrutierung von Spielern grob gegen die Regeln verstieß, wurde dem Team die Teilnahme an der NCAA nach der Saison 2015/2016 verboten. Kurz danach verließ DeChambeau das Team, um sich auf das Masters vorzubereiten.

Die Hogan-Cap als Markenzeichen

Das Markenzeichen von Bryson DeChambeau: Die Hogan-Cap. (Foto: Getty)

Das Markenzeichen von Bryson DeChambeau: Die Hogan-Cap. (Foto: Getty)

Neben seinem physikalischen Interesse ist der 22-Jährige auch Hobby-Künstler und vor allem der Kunstart des „Strippling Drawings“ verfallen. Bei dieser speziellen Technik werden Gemälde durch einzelne Punkte erschaffen. So hat er auch den ehemaligen Golfer Ben Hogan gemalt, der ihn zu seinem Markenzeichen inspiriert hat: Die Hogan-Cap. Bei einem Juniorenturnier mit 13 Jahren sah er diese spezielle Mütze in einem Golf-Shop und kaufte eine. Als er daraufhin das nächste Turnier mit genau dieser Kappe gewann, versprach er sich, sie immer aufzusetzen.

Doch nicht nur auf dem Kopf, sondern auch im Kopf hat der Kalifornier viel zu bieten. Er liest ein Buch dreimal, um den Inhalt richtig zu verstehen und hat schon mal ein komplettes Physikbuch abgeschrieben, um sich die Formeln besser einzuprägen. Außerdem unterschrieb er nach der US Amateur Championship eine Zeit lang immer rückwärts mit der linken Hand, da er es als Herausforderung ansah.

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Sina Engler

Sina Engler - Freie Autorin für Golf Post

Sina zeigt den Kollegen regelmäßig, wer auf den Grüns das Sagen hat. Mit ihrer lockeren, sorglosen Art hat sie keinerlei sichtbaren Respekt vor dem viel zu kleinen Loch und stopft einen Cup nach dem anderen. Überhaupt beeindruckt sie so schnell nichts, weshalb sie unsere wertvolle Feuerprobe für jeden Gag ist.

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