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Trotz Frisur-„Unfall“: Jordan Spieth wandelt in historischen Fußspuren

Allerlei zum Open-Finale in Carnoustie: „Duell mit Tiger ist ein Traum“, Molinari ist gewappnet, Woods hält 15. Major für machbar.

Jordan Soieth geht bei der Open Championship 2018 zum Friseur, Molinari
Jordan Soieth geht bei der Open Championship 2018 zum Friseur, Molinari "reichen" Pars und Woods sieht Chancen. (Foto: Getty)

Die Geschichte muss noch mal erwähnt werden: Nur sehr widerwillig hat Jordan Spieth die Claret Jug am Anfang der Woche dem R&A wiedergegeben, und nicht nur an dieser Stelle wurde dem Texaner empfohlen, die Kanne doch einfach erneut zu gewinnen. Mit seiner superben 65 hat Spieth am „Moving Day“ genau dafür den Grundstein gelegt, eingeleitet vom gedrivten Grün und dem Eagle auf Loch 1.

Damit geht er neben Kevin Kisner und Xander Schauffele als Führender in die Finalrunde, freut sich auf das Fernduell mit Tiger Woods um die Silberkanne („Damit wird ein Kindheitstraum wahr“) und hat zudem die Chance, es einem ganz Großen der Golfgeschichte gleich zu tun. Der bislang einzige, der mit unter 25 Jahren zwei Mal in Folge zum Champion Golfer of the Year wurde, war Young Tom Morris mit seinen insgesamt vier Triumphen von 1868 bis 1872 (1871 wurde keine Open ausgetragen).

Die historische Einordnung ist damit erledigt, bleibt noch die Sache mit den Haaren zu klären. Spieth verbrachte nämlich die Zeit bis zu seiner gestrigen Teetime am Nachmittag vornehmlich bei einem lokalen Friseur. Mit fragwürdigem Ergebnis. Der 24-Jährige, sowieso von schütter werdendem Haupthaar, offenbarte einen beinahe militärischen Schnitt, an den Seiten ultrakurz rasiert, oben etwas länger.

„Der Barbier hat es wohl zu gut gemeint und zu hoch sowie zu stramm angesetzt, da ist es dann etwas kürzer geworden“, grinste Spieth den Unfall weg, für den er auch noch 11 Pfund Trinkgeld gab: „Ein britischer Haarschnitt halt. Was soll‘s, es ist Sommer. Und es wächst sich ja auch wieder aus.“



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Molinari: Umstellen und Pars spielen bei Open Championship 2018

Selbstbewusst: In manchen Medien wird Francesco Molinari nach seinen jüngsten Erfolgen, den Siegen bei der BMW PGA Championship und beim Quicken Loans National, als derzeit „heißester“ Golfer des Planeten gehandelt. In Carnoustie ist er mit Platz 5 (-6) der bestplatzierte Europäer und hat versprochen, sich heute nicht ins Bockshorn jagen zu lassen.

„Ich bin sehr glücklich über meine derzeitige Position“, strahlte der 35-jährige Italiener nach seiner großartigen 65. Es war die achte in Molinaris letzten elf Runden mit 67 oder weniger Schlägen, der entsprechende Score beträgt -46. „Aber das Finale wird eine komplett andere Story“, prognostizierte er mit Blick auf die Wettervorhersage: „Es gilt, sich so schnell wie möglich umzustellen. Das wird kein Tag, um aggressiv zu sein, sondern so viele Pars wie möglich zu spielen. Ich muss einfach mein Ding machen und hoffe, dass es für den Platz an der Spitze reicht.“

The numbers behind @chiccogolf’s 6️⃣5️⃣

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Woods: „Bin nah dran und habe eine Chance“

Realistisch? Die Tiger-Fans träumen vom 15. Majorsieg ihres Idols, der Krönung eines Comebacks nach vier Rückenoperationen, das viele ohnehin nicht für möglich gehalten haben. Und statistisch gesehen ist dies gar nicht so illusorisch. Eine 66 wie am „Moving Day“, seine beste Majorrunde seit 2011, hat Tiger Woods nur zwei Mal bei einer Open Championship gespielt: Bei den letzten beiden von insgesamt drei Siegen, 2005 auf dem Old Course und 2006 in Royal Liverpool.

Klar, dass der 42-Jährige ein drittes Mal nicht ausschließt: „Die Spitze ist in Reichweite, ich bin nah dran und habe eine Chance. Es ist definitiv machbar, den Rückstand aufzuholen.“ Als Woods gestern zwischenzeitlich sogar in Führung lag, applaudierten selbst die Kollegen, stellvertretend hier Justin Thomas und Ian Poulter:





Fotograf kostete McIlroy einen Schlag bei British Open 2018

Danke für gar nichts! Rory McIlroy vermochte den Moving Day“ nicht ganz so überzeugend zu gestalten wie die Vortage und brachte nur einer 70er Runde zuwege – auch, weil der Nordire die Schlussstrecke von Carnoustie in 2 über Par spielte. Das Bogey auf der Par-3-16 allerdings entstand sozusagen „in Kooperation“ mit einem Fotografen, der in der Nähe des Grüns umher wanderte und ohne Rücksicht auf das Geschehen rund ums Loch Schnappschüsse von den Zuschauern machte.


Prompt schob McIlroy einen kurzen Putt zum Par vorbei, nahm es aber sportlich. „Alles gut! Das kann halt passieren, wenn so viele Leute unterwegs sind“, sagte der vierfache Majorsieger: „Es war mein Fehler, dass ich mich anschließend nicht mehr richtig sortiert habe und dann auf der 18 nach dem Drive in den Fairway-Bunker noch einen Schlag habe liegen lassen.“

Rose: Interessanter Sonntag dank später Birdies

Freud und Leid: Gemischte Gefühle bei den beiden Engländern vorne auf dem Leaderboard. Während Tommy Fleetwood gestern vom kurzen Stecken im Stich gelassen wurde und bei seinem Even-Par-Durchgang 33 Putts benötigte, schrammte Justin Rose mit einer makellosen 64 einen Schlag am Carnoustie-Platzrekord eben jenes Tommy Fleetwood vorbei. Dabei gelang ihm das seltene Kunststück, den beiden extrem schwierigen Schlusslöchern jeweils einen Schlag abzuringen. „Dieses späte Birdie-Pärchen wird es für mich am Sonntag noch mal ziemlich interessant machen“, bilanzierte der Olympiasieger.

A closer look at a record breaking round for Justin Rose 🌹💥

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Fowlers fatale Dreier: Triple-Bogeys haben Tradition

Verpasste Chancen: Wo wäre Rickie Fowler ohne seine „fatalen Dreier“ bei Majors. Gestern leistete sich der 29-jährige Kalifornier ein Triple-Bogey auf der Par-5-Sechs und schließlich eine 73er Runde auf einem sehr freundlichen Open-Kurs, Car-„Nicety“ sozusagen, während um ihn herum nahezu Welt niedrige Scores schoss und der Durchschnitt des Felds bei 70,23 Schlägen lag.

Das vergeigte Loch hat Tradition: Bei der PGA Championship 2017 fehlten Fowler zum Schluss die drei Schläge auf Justin Thomas, die er sich mit einem Triple-Bogey in Runde 1 eingehandelt hatte. Und beim diesjährige Masters manövrierte er seinen Ball in der dritten Runde auf der 13 ins Wasser, notierte eine 8 und hatte am Ende einen Schlag Rückstand auf Sieger Patrick Reed. Fazit: Wenn Fowler solche Aussetzer vermeidet, dann wird er auch Majors gewinnen!


Regen und Wind: Par heute ein guter Score?

Das Wetter am Sonntag: Passend zum Finale werden heute die schwierigsten Bedingungen aller vier Open Tage erwartet. Die Meteorologen sagen mit einer 40-prozentigen Wahrscheinlichkeit Regen voraus, dazu kommen Windgeschwindigkeiten von bis zu 32 Km/h. Das könnte den Spitzenreitern in die Hände spielen, denn es erschwert Aufholjagden, und Par dürfte bei derartigen Verhältnissen ein guter Score sein. Aber meistens kommt es eh anders als man denkt…

1,61 Millionen Euro für den Sieger der Open Championship 2018

Zahltag: 10,5 Millionen Dollar (8,96 Millionen Euro) sind bei dieser 147. Open Championship im Topf, der Sieger bekommt 18 Prozent des Preisgelds, das sind nach Adam Riese 1,89 Millionen Dollar (1,61 Millionen Euro). Für den Zweitplatzierten springen 10,41 Prozent und damit 1,093 Millionen Dollar (933.000 Euro) raus. Der 70. und letzte Platz nach dem Cut ist noch mit 0,23 Prozent gleich 24.175 Dollar (20.630 Euro) dotiert. Bei einer British Open kriegen überdies auch all jene Geld, die es nicht ins Wochenende schaffen, zwischen 7.375 und 4.950 Dollar (6.293/4.224 Euro), je nach Platzierung unterhalb der Cutlinie. Und bei den geteilten Plätzen sind dann die Künstler im Prozentrechnen gefragt…


„Verrückte Momente“ in 46 Sekunden

Zum Schluss: Der „Golf Channel“ hat die verrücktesten Momente des „Moving Day“ der 147. Open in einem kurzen Filmchen zusammen geschnitten – es darf getrost erwartet werden, dass heute noch ein paar schräge Situationen hinzu kommen werden:

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