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Medienecho: Zwischen „Unsterblichkeit“ und „Horror-Show“

Jordan Spieths Comeback zum British-Open-Sieg lässt auch die Presse ungläubig zurück. Das Medienecho.

British Open Championship 2017 Medienecho Jordan Spieth
Die Reaktionen auf Jordan Spieths Sieg bei der British Open 2017. (Foto: Getty)

Dass Jordan Spieth die British Open 2017 gewinnen würde, das dürfte im Vorfeld des Turniers nur wenige verwundert haben. Auf welche Weise dies geschah, das allerdings wird sich in die Köpfe der Zuschauer einbrennen als eines der fantastischsten Comebacks der Golfgeschichte.

Finale Runde "zeitweise eine Horror-Show"

Denn begonnen hatte die Runde so ganz anders, als der 23-Jährige sich das erhofft hatte. "Inmitten eines weiteren Major-Kollaps" befand er sich, so der "Golf Channel", als er ganze 29 Minuten brauchte, um das 13. Loch in Royal Birkdale hinter sich zu bringen - inklusive seines zweiten Schlages von der Driving Range. Aber, so befindet der Golfsender, "es war jede surreale Sekunde wert" und überschrieb Spieths Erfolg mit "Gewicht des Masters-Zusammenbruchs endlich aufgehoben". "Golf.com" findet deutliche Worte für alles, was bis zum geretteten Bogey nach dem komplett verzogenen Abschlag passiert war. Seine Runde sei "zeitweise eine Horror-Show" gewesen, der "Evening Standard" titelt über einen - wenn auch letztlich überwundenen - "Alptraum-Start".

"Episches Comback" auf dem Weg zur "Unsterblichkeit"

Umso beeindruckender war, was nun folgt, nämlich einer der "bizarrsten, mutigsten und beglückendsten Strecken der Major-Geschichte" meint der "Golf Channel" und spricht von einem "epischen Comeback" in Bezug auf die Löcher, die unmittelbar auf die Odyssee an der 13 - die laut "Independent" als "großartigstes Bogey, das jemals ein Major gewonnen hat, erinnert werden wird" - folgten. Auf ein Beinahe-Hole-in-One folgte ein Monster-Putt zum Eagle, ein weiterer zum Birdie und noch ein weiterer Schlaggewinn am vorletzten Loch, der seinen Sieg endgültig zementierte und Matt Kuchar im Regen stehen ließ.

Ein "Golf Digest"-Autor schreibt, es sei der "unwahrscheinlich-explosivste Ausbruch von Unter-Par-Golf", den er "je in einem der entscheidenden Momente eines Majors gesehen habe". Die "New York Times" schreibt besagten Ausbruch vor allem einem Umstand zu: "Zum ersten Mal an diesem Wochenende war Jordan Spieth der Herausforderer, nicht der Verfolgte, und er empfand das als befreiend". Ein Gefühl der Freiheit, mit dessen Hilfe der Youngster "die British Open in dramatischem Stil mit mutiger Performance" gewann (Golf.com) und den "vorletzten Schritt zur sportlichen Unsterblichkeit ging" (Welt). Der "Independent" sprach sogar davon, dass er "wie Tiger in seiner Prunkzeit" spielte.

Jordan Spieth, "nicht der nächste Tiger Woods"

Eben gegen solche Vergleiche verwehrt sich "Golf.com". "Jordan Spieth ist nicht der nächste Tiger Woods", stellte das Onlinemagazin klar, er sei "Knabe des gelobten Landes des Golfsports", am Finaltag gar "ein Dünen-laufender, Putts-versenkender, Spannung-pro-Minute-generierender, golfender Inselbegabter 'sui generis'."



"Golf Digest" beschreibt ihn als "einen faszinierenden und komplizierten 23-jährigen Mix aus Ambition, Ego, Erwartung, Verletzlichkeit, Ängstlichkeit und Talent, der außerordentlichen Erfolg erwartet, aber dessen proportionale Misserfolge außerordentlichen Schmerz versprechen", der am Sonntag in einem golferischen "Passionsspiel", "einem entscheidenden Karriere-Moment, der womöglich den größten Druck aufgebaut hat, dem er sich je wird stellen müssen, sich selbst besiegte."


Unglaube sogar bei den Profis

Nicht nur die Zuschauer, auch seine Kollegen zeigten sich fasziniert, schockiert, teils gar "sprachlos" (Billy Horschel). Sogar Tiger Woods äußerte sich beeindruckt über die "unglaubliche Art, zurückzukehren und zu gewinnen". Justin Thomas schrieb, ihm seien "die Sachen ausgegangen, die er tweeten könnte" und NBA-Star Stephen Curry formuliert einen Tweet mit Augenzwinkern über den Entertainment-Faktor von Spieths letzten Löchern.







Martin Kaymer geht "erhobenen Hauptes"

Ex-Champion Martin Kaymer hingegen findet selbst auf deutschem Medien-Parkett kaum Erwähnung. Wenn doch, ist wegen seiner Schulterverletzung von einem "schmerzvollen Jubiläum" (Spiegel Online) die Rede, von seiner "hartnäckigen Schulterblessur" (Sport1), der er nur mit Schmerzmitteln hatte beikommen können. Aber auch, dass er trotz der Schmerzen "am Sonntag mit einer 68 seine beste Turnierrunde" spielte und sich "erhobenen Hauptes aus Southport" verabschiedete (Sport1), blieb nicht unerwähnt. Auch bei  Golf-Post-Kooperationspartner "meinsportradio.de" wusste man im Gespräch mit einem Golf Post Redakteur Kaymers Leistung trotz Verletzung zu würdigen:

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