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Miguel Angel Jimenez führt bei British Open

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19. Jul 2013
Zwar ohne Zigarre, dafür aber mit der Führung! Miguel Angel Jimenez nach Tag zwei der British Open. (Foto: Getty)
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Bei der vielleicht heißesten Open der Geschichte übernimmt ein Spanier das Ruder. Siem verpasst Cut, Kaymer noch im Rennen.

Wer an die British Open denkt, der hat meist folgendes Bild vor Augen: Links-Kurse in Küstennähe, stark böhige, unberechenbare Winde. Außerdem durchnässte Golfprofis, die in wasserdichten Jacken versuchen nur so wenig Zeit wie möglich unter dem Regenschirm hervorzukommen, um Wind und Wetter zu trotzen und dabei nicht nur gegen ihre Gegner, sondern auch gegen die Bedingungen anzukämpfen.

Die British Open 2013 – Links-Golf bei Badewetter

Den Golfkurs in Küstennähe gibt es in Muirfield, der Wind hat am zweiten Tag der British Open auch eingesetzt, und die Bedingungen sind alles andere als leicht. Doch liegt das nicht, wie üblich, an der unangenehmen Nässe während des Spiels, sondern eher im Gegenteil: Wer dieser Tage die Open sieht, könnte meinen, er sei auf einer schlecht bewässerten Golfanlage in Arizona gelandet. Die Fairways sind von der starken Sonnenbestrahlung staubtrocken, die Grüns knüppelhart, die Strände neben dem Kurs von Badegästen bevölkert – und das im Norden von Schottland.


Durch diese untypischen, aber ungemein anspruchsvollen Voraussetzungen ist es für die Spieler der British Open sehr schwierig, einen guten Score zu erzielen. Es gab insgesamt nur elf Runden unter Par am zweiten Tag. Einige schafften es beim ältesten Majors der Welt trotzdem, andere, auch namhafte Spieler, konnten sich nicht in Szene setzen oder verpassten sogar den Cut.


Zweiter Tag - The Open

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Tiger bleibt in Position und lauert auf das Wochenende

Der Weltranglistenerste startete aussichtsreich in Runde zwei der British Open. Drei Schläge vom Führenden entfernt war klar, wohin es heute gehen sollte. Doch so richtig kam Tiger Woods heute nie in Fahrt. Brauchte er aber auch nicht. Nach seinem ersten Birdie auf Loch drei musste er gleich im Anschluss ein Bogey notieren. Ein weiteres Birdie gelang dem 37-Jährigen auf dem fünften Loch. Seine defensive Taktik sollte sich auszahlen. Woods griff am Abschlag fast ausschließlich zum langen Eisen, anstatt zum Holz, und liegt in der Statistik der Driving Distance fast 20 Yards unter dem Durchschnitt.

Die Anzahl der getroffenen Fairways fiel dabei mit rund 75 Prozent vergleichsweise dürftig aus. Nachdem er zwei weitere Bogeys auf den Löchern acht und elf hinnehmen musste, gelang Tiger Woods auf der letzten Spielbahn noch ein guter Putt zum Birdie. Er rettete damit die Even-Par-Runde ins Clubhaus. Bei -2 liegt Woods vielversprechend auf dem geteilten 2. Rang.

Marcel Siem verpasst den Sprung ins Wochenende

Für die deutsche Nummer zwei, Marcel Siem, hat sich der Ausflug nach Muirfield nicht gelohnt. Der 33-Jährige war bei der British Open, nicht zuletzt durch seine Top-Ten-Platzierung bei der Scottish Open vergangene Woche, mit großen Hoffnungen an den Abschlag gegangen. Doch leider konnte er die Erwartungen nicht erfüllen.

Bereits an Tag eins lief es nicht rund, und die Steigerung blieb leider auch an Tag zwei aus. Siem konnte außer einem Eagle an Loch neun keine Schläge gutmachen. Auf der anderen Seite standen fünf Bogeys und ein Doppelbogey. Das Ergebnis von +9 bedeutete letztlich nur den T85 Platz und den verpassten Cut, denkbar knapp um einen Schlag.

Martin Kaymer ohne Konstanz bei der British Open

Nachdem bei Marcel Siem früh klar war, dass es nicht für die Finaltage reichen würde, ruhten die deutschen Hoffnungen auf Deutschlands Ausnahmegolfer Martin Kaymer. Doch der ehemalige Weltranglistenerste spielte eine Runde, die die anspruchsvollen Platzbedingungen spiegelte. Es ging Auf und Ab mit dem Score, leider mehr Ab als Auf. Auf den vorderen neun Bahnen konnte Kaymer zwei Birdies bei drei Bogeys spielen, lag mit +1 für den Tag noch annehmbar im Rennen. Doch auf der schwierigeren Back Nine ließ er Federn, vier Bogeys schraubten den Score hoch. Das vierte Birdie des Tages auf dem 18. Loch hielt den Schaden in Grenzen, sodass der Deutsche bei +4 von Rang T36 in den Moving Day startet.

„El Señor“ an der Spitze der British Open

An der Spitze ging es den meisten ähnlich wie Martin Kaymer oder Marcel Siem. Der als Führender in den zweiten Tag gestartete Zach Johnson lieferte eine knallbunte Score-Karte ab, auf der sechs Bogeys, ein Doppelbogey und vier Birdies notiert waren. Er verlor damit vier Schläge und liegt nun auf dem geteilten sechsten Rang. Den größten Sprung haben mit der besten Runden des Tages Charl Schwartzel und Lee Westwood hingelegt. Jeweils mit einer 68(-3) spielte sich Schwartzel auf T11, und Westwood auf den geteilten zweiten Rang vor.

Die Führung übernommen hat derweil der Spanier Miguel Angel Jimenez. „El Señor“ gehörte zu den etwas glücklicheren Spielern, die mit einer früheren Startzeit weniger Wind auf der Runde hatten. Trotzdem war seine Even-Par-Runde gekennzeichnet von extrem konstantem Spiel, sowohl zwei Birdies als auch zwei Bogeys sicherten dem 49-Jährigen bei -3 die Führung.

Der Kurs forderte prominente Cut-Opfer

Erwischt hat es in dieser Woche einige der bedeutenden Namen des Golf. Die größte Zahl musste sich Matteo Manassero auf seine Score-Karte schreiben. Mit +15 verabschiedet sich das italienische Talent. Zu ihm gesellen sich US-Open-Sieger Justin Rose (+10), Shooting-Star Rickie Fowler (+12) und der ehemalige Weltranglistenerste Luke Donald (+10).

Außerdem ist die British Open 2013 ein weiteres tragisches Kapitel in der Kausa Rory McIlroy (+12). Der Nordire ist meilenweit entfernt von dem, was er zu leisten im Stande ist und was er in den letzten Jahren eindrucksvoll beweisen konnte. Schon nach seiner ersten Runde sagte McIlroy: “Es hat nichts mit Technik zu tun. Es ist alles psychisch.” Auf die Frage hin, ob es sich wohl um fehlendes Selbstbewusstsein handele, antwortete er: “Ja, das ist es definitiv.”

Hier geht es zu den Ergebnissen des zweiten Tages.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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