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Bobby Jones: Begründer des Masters und des Augusta National

06. Apr 2013
Eine Gedenktafel erinnert an Bobby Jones, der 1930 seinen Grand Slam feierte (Foto: Getty).
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Bobby Jones gilt als Begründer des Masters und des Augusta National. Der Grand-Slam-Sieger ist für einige der größte Golfer aller Zeiten.


Bobby Jones als Begründer des Augusta National

Es gibt wohl kaum einen Sportplatz auf der Welt, der so mit einer Person verbunden ist wie Augusta National mit Bobby Jones. Aber zuvorderst steht sein Name für einen begnadeten Golfer und feinen Sportsmann. Genau deshalb hat der Nationalheld aus Georgia auch stets betont, dass er gar nicht die treibende Kraft hinter Augusta und dem Masters gewesen sei.


Doch der Reihe nach: Robert Tyre Jones Jr. wurde am 17. März 1902 in Atlanta geboren. Der schwächliche Junge nahm mit sechs Jahren erstmals einen Golfschläger in die Hand, hatte jedoch nie Unterricht. Jones lernte, indem er den Pro des örtlichen Clubs beobachtete. 1916 betrat der Anwaltssohn bei der „US-Amateur“ in Merion die große Bühne. Er gewann nicht, aber sein Talent fiel auf.

Bobby Jones: Perfektionist voller Selbstzweifel

Als Golfer war der charismatische Bobby Jones ein introvertierter Perfektionist, ein Choleriker zudem, wenn es um die eigenen Erwartungen ging. Sportreporter O.B. Keeler, der Jones von Jugend an begleitete, schrieb ihm zu seinen Selbstzweifeln einmal: „Wenn Du akzeptierst, dass Du bei jedem Turnier der Beste bist, der antritt, dann wirst Du bald ein Major und noch viele weitere gewinnen.“

Erster Sieg im Stechen bei US Open 1923

1923 war es soweit: Am 18. Loch des Stechens um die US Open in Inwood/New York holte sich Jones gegen Bob Cruickshank den ersehnten ersten Triumph. Es folgte eine siebenjährige Dominanz, die im Golf ohnegleichen ist. 1930 krönte der Seriensieger sich mit dem Grand Slam (ein Begriff, den O.B. Keeler vom Kartenspiel Bridge entlehnte): Jones gewann in einem Jahr alle damaligen Majors, die US Open, die British Open und beide Amateur-Titel. Anschließend trat der 28-Jährige zurück. Was kaum einer verstand.

Bobby Jones war überzeugter Amateur

Jones war zeitlebens Amateur aus Überzeugung. Der Jurist hatte Familie, betrieb eine Kanzlei, spielte nur 80 Golfrunden pro Jahr. Er gehörte nie zum Tour-Betrieb; Profis waren für ihn Vagabunden, Parias. Aber Jones hatte begonnen, mit Golf Geld zu verdienen: durch Lehrfilme oder als Berater bei Spalding, wo er die Stahlschäfte protegierte und später die Schläger-Nummern einführte. Das war mit seinem Amateur-Prinzip unvereinbar.

Vision vom idealen Platz wurde Realität

Sowieso: Jones stand auf dem Höhepunkt, nach 13 Siegen in 21 Majors war nichts mehr zu gewinnen. Die PGA Championship war noch kein Major. Das Masters musste erst ins Leben gerufen werden. Gemeinsam mit dem Börsenmakler Clifford Roberts, der Jones‘ Vision vom „idealen Platz“ kannte und ihm die Brache in Augusta zeigte. „Es kam mir vor, als habe das Gelände nur darauf gewartet, dass jemand hier einen Golfkurs baut“, notierte Jones. Und weil „niemand lernen kann, wie man einen Platz entwirft, nur weil er noch so gut Golf spielt“, zog er den Schotten Dr. Alister MacKenzie als Architekten hinzu.

Erstes Masters 1934: „Augusta National Invitational“

1933 hatten Jones und Roberts ihren Ausnahmeplatz. Nur das rechte Turnier fehlte. Die US Open sollten es sein, aber die sind nun mal im Juni/Juli, da herrscht in Georgia schwüle Hitze. Also schlug Roberts ein eigenes Einladungsturnier vor und überredete den Partner zum Comeback. Beim ersten „Augusta National Invitational“ 1934 reisten die Fans aus 38 US-Bundesstaaten an, um ihr Idol wieder spielen zu sehen.

Bobby Jones, für viele der größte Golfer aller Zeiten, starb am 18. Dezember 1971. 22 Jahre hatte er der unheilbaren Rückenmarkserkrankung Syringomyelie mit der Bemerkung getrotzt: „Man spielt den Ball, wie er liegt.“ Als die Nachricht vom Tod des verehrten Ehrenbürgers in St. Andrews ankam, wurden am Old Course die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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