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Martin Kaymer verspielt den Cut bei der BMW International Open

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26. Jun 2015
Spannende Schlussphase mit bitterem Ende für Martin Kaymer. (Foto: Getty)
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Um Haaresbreite verpasst Martin Kaymer den Cut bei der BMW International Open, nachdem er vom 18. Abschlag viel Risiko nahm.

Optimale Bedingungen bei der BMW International Open in Eichenried für tolles Golf, für Martin Kaymer sollte es leider ein Krimi mit bitterem Ende werden. An der Spitze aber hieß es: „How low can you go?“, und einige Spieler der Spitzengruppe gingen extrem tief, auch wenn keiner an den Platzrekord von 62 Schlägen heran kam. Die beste Runde des Tages spielte schon am Vormittag Michael Hoey aus Nordirland, der eine 65 (-7) ins Clubhaus brachte und sich bei insgesamt -10 an die Fersen von Rafael Cabrera-Bello heftete. Bei ihm auf T3 liegt der Däne Lasse Jensen. Der Spanier Cabrera-Bello führt das Feld, nach einer 65 am Donnerstag und einer 67 in Runde zwei, bei -12 an. Dazwischen schob sich noch der Engländer James Morris bei -11.

Martin Kaymer scheitert, Siem ärgert sich zum Schluss

Für Martin Kaymer und Marcel Siem ging es in der zweiten Runde der BMW International Open vor allem darum, den Cut zu schaffen. Beide hatten im ersten Durchgang nicht die Leistung abliefern können, die sie sich erhofft hatten. Für Siem ging es von -1 aus ins Rennen ums Wochenende, Martin Kaymer startete bei Even Par. Und beide starteten unglücklich mit einem Bogey in die zweite Runde, Kaymer auf der Eins, Siem auf der Zwei.


Anschließend konnte sich Marcel Siem aber fangen, mit drei Birdies bis zum sechsten Loch hatte er den Kurs schnell wieder in Richtung Wochenende korrigiert. Deutschlands Nummer eins hingegen hatte auf der eigentlich einfacheren Front Nine zu kämpfen und lag zur Rundenmitte drei Schläge über der erwarteten Cut-Grenze. Dann aber fing sich Kaymer und erarbeitete sich eine Birdiechance nach der anderen, reihenweise landeten die Annäherungen in drei Metern Umkreis zur Fahne. Drei davon nutze Kaymer bis zur 18, drei lippten aus, er ging punktgenau auf der Cut-Linie auf die letzte Bahn. Während Siem zwar unzufrieden, aber sicher bei insgesamt -3 ins Wochenende einzog, ging es nochmal richtig rund bei Martin Kaymer.

Der Kampf mit den Regeln ist der Kampf um den Cut

Martin Kaymer hätte, wie Flightpartner Stenson, das 5er-Holz zücken und sicher ablegen können, um konservativ noch einen Schlaggewinn zu verbuchen oder zu hoffen, dass ein Par und -2 für den Cut reichen. Er riskierte allerdings, und es entstand ein Drama der besonderen Art. Kaymer schaffte es mit dem Driver nicht über den Baum am Wasser, der Ball durchdrang die Krone und sprang vom gefühlt letzten Ast zurück in Richtung Teich. Er landete unspielbar in der Uferböschung. Am TV sah es aus, als hätte der Ball die Grenze des Hindernisses überquert, bevor ihn der Ast zurück beförderte. Die Platzrichter entschieden – nach etwa einer Viertelstunde ausgiebiger Diskussion – anders. Kaymer musste zurück und seinen dritten Schlag von hinter dem Wasser Richtung Grün bringen. Nur das Par auf dem abschließenden Par 5 hätte ihn, wäre der Cut bei -2 geblieben, ins Wochenende gebracht.

Nach dem Drop lag der Ball tief im Rough, doch Kaymer riskierte wieder: 3er-Holz, wieder übers Wasser, diesmal am Baum vorbei, noch etwa 50 Meter zum Grün. Der Ball musste mit zwei Schlägen ins Loch. Kaymer holte aus, schwang durch und der Ball lief schnurgerade auf die Fahne zu, prallte ab und blieb etwa drei Meter vor dem Loch liegen. Der Putt sollte es entscheiden: Er lief gut, lippte aber, irgendwie symbolisch für die Back Nine, aus. Martin Kaymer verpasst den Cut, im wahrsten Sinne des Wortes, um Haaresbreite. Ein kleiner Trost: Der Cut sprang noch auf -3, also hätte auch ein Par nicht gereicht. Entsprechend enttäuscht klang der zweifache Major-Sieger nach der Runde.

Maximilian Kieffer und Bernd Wiesberger solide

Die Runde des Geburtstagskindes vom ersten Durchgang, Maximilian Kieffer, verlief aus seiner Sicht nach Plan. Zwar wäre er gerne noch ein paar Schläge besser ins Clubhaus gekommen, am Ende war er aber mit der 69 (-3), und vor allem seinem Spiel, zufrieden. Die Geburtstagsfeier, wie er später im Interview sagte, fiel gestern aus, mit dem Sprung ins Wochenende hat sich das ausgezahlt. Er startet vom geteilten 49. Platz aus in die Finaltage.

Der Österreicher Bernd Wiesberger konnte sich am zweiten Tag eindrucksvoll steigern und sich mit einer starken 68 (-4) ins vordere Mittelfeld des Turniers spielen. Vor dem Moving Day liegt Wiesberger auf dem geteilten 23. Rang.

Schneider bester Deutscher bei BMW International Open

Marcel Schneider ist bisher die deutsche Überraschung des Turniers: Der 25-Jährige legte seiner 68 (-4) vom Donnerstag eine 70 (-2) nach und ist damit der beste Deutsche im Feld. Entsprechend ausgelassen sagte er gegenüber Golf Post nach der Runde, er wolle den Cut nun erstmal genießen. Wenn er diese Leistung beibehalten kann, ist noch oben noch einiges möglich bis Sonntag Nachmittag. Für den 21-jährigen Amateur Yannik Paul ging die BMW International Open mit einer 70 (-2) versöhnlich aus, er beendet das Turnier auf Rang T106.

Fritsch mit Even-Par-Runde, Lampert scheitert am Cut

Florian Fritsch, der im Münchener Osten groß geworden ist und für den das Heimspiel in Eichenried einen besonderen Stellenwert hat, konnte nach seiner tollen Auftaktrunde (68/-4) eine Even Par Runde nachschieben und sich so sicher für das Wochenende qualifizieren. Auch Mo Lampert hatte es in der Hand, ließ aber hinten raus Federn und verpasste den Cut.

Gebrauchter Tag für Ritthammer, Foos und Jäger

Für vier weitere Deutsche ist das Turnier leider beendet, bevor es richtig angefangen hat. Vor allem Stephan Jäger hatte sich auf seinem Heimatplatz mehr erhofft als einen Gesamtscore von +8, aber auch für Dominic Foos und Bernd Ritthammer ist das Ausscheiden vor heimischem Publikum ärgerlich. Auch Max Rottluff hat es nicht in den Moving Day geschafft, wohingegen Anton Kirstein bei -3 noch gerade ins Wochenende rutschte.


Prominente Cut-Opfer und die besten Bilder aus München

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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