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Bluttests, Verbotsliste, Transparenz – PGA Tour sagt Doping den Kampf an

Die Golfer der PGA Tour erwarten zur kommenden Saison gravierende Veränderungen im Anti-Doping-Kampf. Martin Kaymer hat bereits einen Vorteil ausgemacht.

Die PGA Tour verschärft zur Saison 2017/18 ihr Anti-Doping-Programm.
Die PGA Tour verschärft zur Saison 2017/18 ihr Anti-Doping-Programm. (Foto: Getty)

Es ist ein Thema über das bislang im Golf ungerne geredet wurde - Doping. Seit der Wiederaufnahme von Golf in den olympischen Zirkel sind die Touren verplichtet, ihre Spieler Dopingtests zu unterziehen. Mehr als sporadische Urinproben wurden jedoch nicht eingeholt. Damit soll ab dem Beginn der neuen Saison 2017/18 Schluss sein. Die PGA Tour hat offiziell verkündet, dem Missbrauch verbotener Substanzen zur Leistungssteigerung rigoroser den Kampf anzusagen.

Martin Kaymer nannte dabei gegenüber Golf Post bereits den ersten Vorteil im Vergleich zu den alten Testmethoden, während sich die European Tour gut aufgestellt sieht.

Besserer Nachweis durch Einführung von Bluttests

Bestandteil des von PGA-Tour-Commissioner Jay Monahan vorgestellten neuen Anti-Doping-Programms wird unter anderem die Einführung von Bluttests sein. Die meisten Stoffe sind im Urin der Athleten nachweisbar, weshalb Urintests natürlich weiter durchgeführt werden. Künstlich dem Körper hinzugefügte Wachstumshormone lassen sich hingegen nur über das Blut nachweisen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, die Stoffe waren in der Vergangenheit zwar auch verboten, ohne existente Durchführung von Bluttests kamen solche Vergehen jedoch ungestraft davon.



Anpassung an Verbotsliste der WADA

Ein weiter wichtiger Schritt hin zu "sauberem" Sport ist die Anpassung der Liste der verbotenen Substanzen. Hier wird die PGA Tour ab der kommenden Saison die komplette Liste der World Anti-Doping Agency (WADA) übernehmen. Damit sind zukünftig im Golf deutlich mehr Mittel und Methoden von der legalen Einnahme ausgeschlossen.

Darüber hinaus wird die Liste jährlich überarbeitet und gegebenenfalls den veränderten Bedingungen angepasst.

Verstöße im Doping werden öffentlich gemacht

Als dritte gravierende Veränderung nahm die PGA Tour auch die Veröffentlichung möglicher Anti-Doping-Verstöße in ihr neues Programm auf und sorgt so künftig für mehr Transparenz. Konkret geht es dabei darum, Missbrauch und die Folgen in Form entsprechender Strafen oder Suspendierungen mit Name des Golfers und Art des Vergehens - Einnahme leistungssteigernder Mittel oder Drogenmissbrauch - umgehend mittels eines Statements nach draußen zu geben.



Fälle wie die "dubiose", sechsmonatige  Auszeit von Dustin Johnson nach "mutmaßlichem", aber nie bestätigtem Kokainkonsum sollten damit entgültig der Vergangenheit angehören.

"Dann muss ich weniger trinken"

Bei vielen Profis dürften die Verschärfungen auf Zustimmung treffen. Rory McIlroy hatte die Tests in der Vergangenheit bereits als lächerlich, weil nicht ausreichend, bezeichnet. Martin Kaymer nannte es auf Golf Post Nachfrage am Rand der BMW International Open als sehr schade, dass es überhaupt dazu kommen müsse, aber es sei in anderen Sportarten ja auch so. "Man muss sich einfach selber fragen, ob man sich richtig und mit legalen Substanzen vorbereitet hat", erklärte der zweifache Majorsieger. Für ihn mache es zudem keinen Unterschied, ob Urin oder Blut getestet werde. "Es wird nur ein wenig entspannter sein, wenn Blut abgenommen wird. Dann muss ich weniger trinken."

Mit der Entscheidung der PGA Tour wird der Stab nun an die European Tour weitergereicht. Dort sei man laut Auskunft eines Sprechers jedoch weiter als in den USA. "Unsere Regularien erlauben bereits Bluttests, auch wenn sie aktuell noch nicht routinemäßig durchgeführt werden", erfuhr Golf Post von offizieller Seite. Die Richtlinien beinhalteten zudem das Veröffentlichen von etwaigen Verstößen und schon immer die gesamte Verbotsliste der WADA.

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