Video: Blinder Golfer wirbt für mehr Inklusion auf dem Platz
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Bernd Walsch: „Ich spiele besser Golf, seitdem ich blind bin“

Bernd Walsch ist Golfer. Und blind. Wie das funktioniert und wie er andere Behinderte zum Golfen animiert, zeigt er im Video.

Blinder Golfer Bernd Walsch Inklusion Video
Bernd Walsch ist blind, lässt sich dadurch aber nicht vom Golfspielen abhalten. (Foto: Getty)

Blind sein und trotzdem Sport treiben - wie kann das funktionieren? Inklusion ist die Antwort. Nicht nur an Schulen wird sich darum bemüht, körperlich oder geistig beeinträchtige Menschen zu integrieren und die nötige Barrierefreiheit zu schaffen. Auch bis auf deutsche Golfplätze ist der Wunsch nach Inklusion mittlerweile vorgedrungen. So soll beispielsweise immer häufiger die Position des Inklusionsbeauftragten besetzt werden; ein Ehrenamt, das helfen soll, mehr Behinderte auf den Golfplatz zu bringen.

"Ich spiele besser Golf, seit ich behindert bin"

Die Berliner Morgenpost hat einen beeindruckenden Inklusionsbeauftragten im deutschen Golfclub Kallin ausfindig gemacht: Bernd Walsch ist seit 2001 durch eine Autoimmunerkrankung schleichend erblindet und dreht nun als - Achtung, doppeldeutig -  "Handicaped Captain" in im Heimatclub seine Runden. Er ist überzeugt: "Ich spiele besser Golf, seit ich behindert bin."

Walsch will andere ermutigen, es ihm gleichzutun und sich nicht von Beeinträchtigungen vom Golfspielen abhalten zu lassen. Wie blindes Golfen funktionieren kann, zeigt er Max Boenke von der Berliner Morgenpost im Video:

Bernd Walsch golft trotz Blindheit

Tatsächlich golft der 61-Jährige besser als so mancher sehende Spieler - immerhin ist er mehrfacher Deutscher Meister der Golfer mit Behinderung. Aber ganz ohne Hilfe schafft er seine Runde nicht: Am Schläger wird er über den Platz geführt, der Ball vor dem Schwung vor seinem Schlägerkopf positioniert.

Weil er nichts sehen kann, golft Walsch hauptsächlich im Geiste. Zwar spürt er, ob er den Ball gut getroffen hat, aber "das Spielerlebnis ist schwieriger nachzuvollziehen", sagt er, "man muss schon ein gutes Kopfkino haben". Dieses setzt sich hauptsächlich aus den Erzählungen des Caddies zusammen, der ihn über die Runde begleitet. Dieses "Hörspiel", wie er es nennt, hilft ihm, den Platz vor seinem geistigen Auge zu visualisieren.

Bernd Walsch wünscht sich, "dass die Menschen einsehen, dass sie alle von einer auf die andere Sekunde zu uns gehören könnten" und lädt jeden ein "dann beim Behinderten Golf Club Deutschland e.V. zu spielen."

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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Walter Meyers

    Tolle Einstellung. Mein Freund hat eine Makuladegeneration und spielt wöchentlich mit mir. Ich unterstütze nur, den Rest macht er eigenständig mit viel Freude. Ich denke, dass er bei vollständigem Verlust der Sehkraft weiter machen wird und werde ihn begleiten.

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