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Norbert Lischka
Master-Greenkeeper und Trainingsexperte für Golf Post

Norbert Lischka studierte Agrartechnik und schloss 1992 seine Ausbildung als ‚Geprüfter Greenkeeper/Fachagrarwirt’ ab. 2006 qualifizierte er sich zudem in England zum ‚Master Greenkeeper’. Seine 25-jährige Berufserfahrung als Course Manager auf drei Golfanlagen in Deutschland sind ihm eine spürbare Grundlage innerhalb seiner nun neuen Beratertätigkeit: So ist er seit 2014 über Deutschland hinaus in Belgien, Finnland, Frankreich, Niederlande und Schweiz als Rasenberater unterwegs. Über 30 Jahre hinweg sammelte er zudem weltweit Eindrücke von ca. 500 Golfplatzbesuchen. Inzwischen ist er europaweit ein gefragter Berater und Fortbilder zu verschiedenen Themen im Bereich Golf und Greenkeeping. In internationalen Fachzeitschriften publiziert er Artikel, die zum Weiterdenken anregen. Sie finden Norbert Lischka auch unter www.der-rasenfuchs.de

Für bessere Längenkontrolle – Geschwindigkeit, Stimpmeter und andere Wahrheiten

29. Aug 2016
Mit einem Stimpmeter wird die Geschwindigkeit der Grüns gemessen. (Foto: Getty)
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War der Birdieputt mal wieder zu kurz? Dann hat die Ballrollgeschwindigkeit nicht gestimmt. Wie Sie diese besser einschätzen, erklärt Norbert Lischka.

Die Ballrollgeschwindigkeit ist schon seit vielen Jahrzenten ein Gesprächsthema unter Golfern. Dies ist daher wirklich nichts Neues, nur die Forderung nach schnelleren oder langsameren Grüns scheint in regelmäßigen Abständen zu- und abzunehmen. Aber lassen Sie uns zuerst darauf fokussieren und feststellen, was die Ballrollgeschwindigkeit bestimmt. Denn nur wer alle Einflussfaktoren kennt und in sein Spiel miteinbezieht, kann auch erfolgreich die Länge seiner Putts kontrollieren.

Die Ballrollgeschwindigkeit ist unter anderem abhängig von:

1. den Bodenverhältnissen:
Sandiger oder eher humoser Aufbau sowie Filzstärke; harte Grüns sind tendenziell schneller.


2. der Dränwirkung der Grüns:
Wie schnell wird das Regen- bzw. Beregnungswasser abgeleitet?

3. der Abtrocknung:
Wie schnell trocknet der Standort ab – abhängig von Abtauen, Schatten, Sonne und Wind?

4. der Witterung:
Regen, Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit reduzieren die Ballrollgeschwindigkeit.

5. den Gräserarten und der Dichte des Gräserbestandes:
Zu dichte Bestände sind in der Regel auch zu feucht und trocknen langsamer ab. Poa-Annua dominante Grüns müssen vor allem in der Blütezeit in der Regel mit tieferen Schnitthöhen oder auch zweimal gemäht werden.

6. der Düngung:
Sie führt über den Tag zu langsameren Grüns, daher sollten Dünger mit jeweils geringen Stickstoffmengen [1 – 2 g N/m² je Gabe] verwendet werden.

7. den Pflegemaßnahmen:
Direkten Einfluss haben unter anderem Verticutieren, Groomen und Topdressen.

8. der Bewässerung:
Zu feuchte Grüns sind weich, trocknen langsamer ab und hinterlassen Trittspuren.

9. den Ondulationen:
Bei stark ondulierten Grüns sollten tendenziell geringere Ballrollgeschwindigkeit angestrebt werden, abhängig auch von der Pinposition.

10. der Schnitthöhe:
Diese richtet sich nach oben aufgelisteten Punkten 1 – 9.

11. den Unebenheiten:
Schlecht oder nicht ausgebesserte Pitchmarken, sowie herausgeschlagener Bunkersand.

12. der Spielstärke der Golfer
Die Geschwindigkeit kann durch Rollen (Bügeln), zweimaliges Mähen oder auch Handmähen gesteigert werden.

Woran orientiert sich der Greenkeeper?

Vom Greenkeeper wird erwartet, dass er die Ballrollgeschwindigkeit an die Spielstärke der Golfer anpasst, Ondulationen berücksichtigt und die Fahnenpositionen darauf abstimmt. Alles, was über den empfohlenen Werten für das tägliche Spiel der einzelnen Golf Clubs und bei Turnieren liegt, ist meist Wettbewerb zwischen Golf Clubs und Greenkeepern oder bedingt durch Egoprobleme eines einzelnen Greenkeepers.

Außerdem erhöht es nur unnötig den Druck auf die Greenkeeper in der Umgebung. Vergleiche mit anderen Clubs sind auch deswegen wenig sinnvoll, da es unter anderem meist große Unterschiede im Grünaufbau, dem Licht- und Windeinfluss sowie der Pflegeintensität (Anzahl der Greenkeeper) geben kann. Die negativen Folgen beim Überschreiten der PGA Richtlinien sind vielfältig. Der zusätzliche Stress für die Gräser kann zu Krankheiten führen, der Mehraufwand an Personal, Wasser, Dünger und Chemie steigert die Kosten signifikant aber vor allem völlig unnötig.

Wichtig zu wissen ist auch folgendes: Zu schnelle Grüns reduzieren die Wettspielergebnisse (Scores). Mehr als drei Putts je Grün sind in der Regel unfair, zudem geht die Freude am Golfspiel verloren. Die PGA empfiehlt in etwa 8 bis 9 Fuß oder 2,5-2,7 Meter für das tägliche Spiel und ca. 10 bis max. 11 Fuß (3,0 bis 3,3 Meter) für national and international Wettspiele.

Das Stimpmeter – Damit misst man die Grün-Geschwindigkeit

Was bedeuten diese Werte und wie können Sie nun die Geschwindigkeit auf Ihren Grüns messen?
Ein Stimpmeter ist das offiziell anerkannte und von der PGA zugelassene Messgerät zur Ermittlung der Ballgeschwindigkeit auf Grüns. Es handelt sich dabei um eine V-förmige Schiene aus Aluminium. Ein Zapfen an der Oberseite der „Rampe“ hält den eingelegten Golfball zurück, bis die Vorrichtung in einen Winkel von ca. 20 Grad langsam zur Grünoberfläche gebracht wird. Somit wird gesichert, dass der Ball stets mit der gleichen Geschwindigkeit die etwa 90 cm lange Schiene entlang und auf das Grün läuft. Nun wird die Distanz vom Ende der Schiene bis zu jenem Punkt, an dem der Ball zur Ruhe kommt, ermittelt. Pro Grün werden mehrere Messungen von verschiedenen Punkten und aus verschiedenen Richtungen durchgeführt und anschließend ein Durchschnittswert ermittelt. Um an die gemessenen Werte Ihres Clubs zu kommen, werden Sie höchstwahrscheinlich einen Mitarbeiter des Greenkeepings fragen müssen. Die wenigsten Clubs hängen die Grün-Geschwindigkeiten aus.

Tabelle zur Ermittlung der Grün-Geschwindigkeit

Geschwindigkeit  Club (in cm) PGA
sehr schnell
über 259 über 320
schnell
228-258 289-319
mittel
198-227 259-288
langsam
167-197 228-258
sehr langsam
137-166 198-227

Kontaktformular Norbert Lischka

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Norbert Lischka

Norbert Lischka - Master-Greenkeeper und Trainingsexperte für Golf Post

Norbert Lischka studierte Agrartechnik und schloss 1992 seine Ausbildung als ‚Geprüfter Greenkeeper/Fachagrarwirt’ ab. 2006 qualifizierte er sich zudem in England zum ‚Master Greenkeeper’. Seine 25-jährige Berufserfahrung als Course Manager auf drei Golfanlagen in Deutschland sind ihm eine spürbare Grundlage innerhalb seiner nun neuen Beratertätigkeit: So ist er seit 2014 über Deutschland hinaus in Belgien, Finnland, Frankreich, Niederlande und Schweiz als Rasenberater unterwegs. Über 30 Jahre hinweg sammelte er zudem weltweit Eindrücke von ca. 500 Golfplatzbesuchen. Inzwischen ist er europaweit ein gefragter Berater und Fortbilder zu verschiedenen Themen im Bereich Golf und Greenkeeping. In internationalen Fachzeitschriften publiziert er Artikel, die zum Weiterdenken anregen. Sie finden Norbert Lischka auch unter www.der-rasenfuchs.de

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