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Gegen Slow Play bei Profis: Weniger lesen, schneller spielen

Verbände prüfen Yardage Books und den Videobeweis. Dazu diverse Erfolge und eine wichtige Frage zur Kleiderordnung. Die Back Nine.

Eine intensive Studie der Pinpositionen kostet viel Zeit und führt allzu häufig zu unerwünschtem Slow Play.
Eine intensive Studie der Pinpositionen kostet viel Zeit und führt allzu häufig zu unerwünschtem Slow Play. (Foto: Getty)

Yardage oder Birdie Books sind das eine, aber die „Enzyklopädien“ auf den Profi-Touren eine ganz andere Sache: R&A sowie USGA wollen im Rahmen ihrer Regelreformen auch den ausufernden Angaben und Notizen für die Grüns zu Leibe rücken.

„Das Lesen von Grüns ist ein elementarer Teil des Spiels“, sagt USGA-Direktor Mike Davis. „Wir finden es fragwürdig, dass man in ein Buch guckt, wo Distanzen, Neigung, Breaks, Stimpmeterwert und sogar Visierlinien verzeichnet sind und putten könnte, ohne wirklich einen Blick aufs Grün an sich zu werfen.“

Gutes Golf beruhe auf der Urteilskraft und den Fähigkeiten des Spielers, nicht auf Hilfsmitteln, heißt es dazu beim R&A. Und natürlich geht es den Regelinstanzen auch um den Kampf gegen Slow Play. Das langwierige Studieren der Grün-Daten ist fürs Spieltempo wahrlich nicht förderlich.



Etliche Spieler, z. B. Ian Poulter, haben eine derartige Initiative längst angeregt. Bereits eingeschränkt ist der Video-Beweis von Regelverstößen und damit auch der Einfluss von Zuschauer-Hinweisen. Wenn ein Regelverstoß mit blossem Auge nicht erkennbar ist oder nicht nachmessbar ist, bleibt der betreffende Spieler straffrei.

Billy Horschel: Sieg mit Ansage

Vorhersage erfüllt: Als Jason Day ausgerechnet am ersten Extraloch seinen ersten Drei-Putt bei dieser „AT&T Byron Nelson“ fabrizierte, „schenkte“ der Australier damit Billy Horschel den ersten Sieg seit der Tour Championship und dem FedEx-Cup-Triumph 2014.

Der 30-jährige US-Pro sagte später, er hätte den Titel gern anders gewonnen. Und: „Meine bisherigen drei Turniere auf der PGA Tour habe ich im Gefühl geholt, grundsätzlich gut zu spielen. Aber hierher bin ich ohne ,Momentum‘ und Zuversicht gekommen, kein Wunder, nach vier verpassten Cuts in Folge. Das ist surreal.“



Er hätte auch einfach auf seinen Caddie Josh Cassel hören können. Der hatte angesichts von Horschels neuem, verlangsamtem Schwung und trotz des vorzeitigen Aus bei der Players Championship prophezeit: „Jetzt fahren wir nach Dallas, um zu gewinnen!“

PGA Tour eröffnet Europa-Filiale

„Untermieter“: Über die Rivalität zwischen European und PGA Tour wurde und wird viel geschrieben, ebenso bekannt sind die Absichten von Keith Pelley, seinen europäischen Circuit gegenüber dem „großen Bruder“ attraktiver zu gestalten.

Jetzt hat die PGA Tour eine Niederlassung in Europa eröffnet, genauer gesagt, in London und damit in der „Herzkammer“ der European Tour, die im nur rund 50 Kilometer entfernten Virginia Water residiert. Nach Angaben der Zeitung „The Guardian“ soll sich die Filiale um Medienrechte und Sponsorenakquise kümmern und ist bereits aktiv.





Koepkas Caddie als Chiropraktiker

Zweitjob: Caddies sind bekanntlich viel mehr als Taschenträger und Schuhputzer, haben vielfältige Funktionen und eine Menge Verantwortung. Während der ersten Runde beim „AT&T Byron Nelson“ gab Ricky Elliot, der „Looper“ von Brooks Koepka, zu alledem den Chiropraktiker.

Als sein Chef sich beim zweiten Abschlag des Tages den Rücken verzog, leistete Elliot „erste Hilfe“. Offenbar erfolgreich, denn Koepka spielte eine 67er Runde, seine beste des Turniers, das er als geteilter 50. beendete.

Vijay Singh zerrt PGA Tour vor Gericht

Etappensieg: Vijay Singh hat bei seiner Auseinandersetzung mit der PGA Tour einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Ein New Yorker Richter hat seiner Klage stattgegeben, damit kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren.

Singh wirft der PGA Tour seit vier Jahren vor, ihn voreilig öffentlich als Doping-Sünder abgestempelt, damit rufschädigend gehandelt und auch sonst etliche Formfehler begangen zu haben, nachdem der dreifache Majorsieger im Januar 2013 zugeben hatte, „Deer Antler Spray“ benutzt zu haben. Das Regenerationsmittel wird mit Hirschhorn hergestellt und enthält eine Version des verbotenen Wachstumshormons IGF-1.

Garcia-Hochzeit: „Green Jacket“ bleibt im Schrank

Kleiderordnung: Eine weltbewegende Frage ist beantwortet. Trägt Masters-Champion Sergio Garcia bei seiner Hochzeit mit Angela Akins im Juli das grüne Augusta-Sakko? Tut er nicht! „Es wäre nicht richtig“, sagte der Spanier: „Das ,Green Jacket‘ ist zwar etwas besonderes, aber unsere Trauung ist noch mal etwas ganz anderes und ein sehr spezieller Teil unseres Privatlebens.“

„Too much club“, zu viel Schläger

Abgearbeitet: Kann dem Kind nicht mal jemand einen Putter schenken! Mama Amanda Blumenherst war bis 2013 Proette auf der LPGA Tour und 2008 US-Amateur-Championesse. Da wird doch in Sachen Equipment für Filius William David wohl was gehen, damit der Zweieinhalbjährige sich künftig nicht so abmühen muss…

Mike Weir nach 2014 wieder mal im Geld

Erfolgserlebnis: 2003 war Mike Weir Masters-Champion, der kanadische Linkshänder gehörte Anfang des Jahrtausends zu den besten Spielern der Welt, gewann zwischen 1999 und 2007 insgesamt acht Mal auf der PGA Tour. Nach Schwungumstellung und einer chronischen Ellbogenverletzung kam Weir jedoch nie wieder richtig in Tritt und profitiert in Sachen Tourkarten zumeist von Freistellungen durch sein Karrierepreisgeld.

Bei der Rocco Forte Open indes hat der 47-Jährige eine bittere Durststrecke beendet: Er überstand erstmals seit der Canadian Open 2014 und nach insgesamt 36 Fehlversuchen einen Cut und war damit endlich wieder im Geld. Für den 72. und letzten Platz (+8) gab‘s noch 1.500 Euro.

Es kann ja auch mal Minigolf sein…

Zum Schluss: Es muss ja nicht immer Golf sein – jedenfalls nicht, wenn es solche Minigolf-Schläge gibt. Oder anders: Manchmal kann‘s ganz hilfreich sein, wenn einem Steine in den (Irr-)Weg gelegt werden:

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