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Johnson vs. Koepka oder Reed und seine Sippe: USA mit Ryder-Cup-Kater

„Lefty“ lamentiert übers Pariser Rough, Bjerregaard von Björn inspiriert, Hatton schläft auf dem stillen Örtchen. Die Back Nine.

Eigentlich richtig gute Freunde, doch während des Ryder Cup gab es wohl ordentlich Stress zwischen Dustin Johnson und Brooks Koepka. (Foto: Getty)
Eigentlich richtig gute Freunde, doch während des Ryder Cup gab es wohl ordentlich Stress zwischen Dustin Johnson und Brooks Koepka. (Foto: Getty)

Der Ryder Cup ist seit gut einer Woche zu Ende, und noch immer bestimmt das Duell in Paris die Golf-Nachrichten. Zuvorderst geht‘s natürlich um das US-Team, Verlierer bieten halt reichlich Stoff für Schlagzeilen. So berichten beispielsweise gleich vier US-Medien von einem womöglich handfesten Zwist zwischen den eigentlich fast brüderlich eng befreundeten Dustin Johnson und Brooks Koepka, die angeblich während der amerikanischen Abschlussparty aneinander geraten seien und von Umstehenden hätten getrennt werden müssen. Auch die jeweiligen Damen, „D. J‘s“ Verlobte Paulina Gretzky und Koepkas Freundin Jena Sims, sollen in das vorhergehende Wortgefecht involviert gewesen sein. Die französische „L'Equipe“ will gar wissen, dass Johnson und Koepka sich bereits auf dem Flug nach Paris angegiftet hätten, woraufhin Kapitän Jim Furyk eingeschritten sei und sie gebeten habe, ihre persönlichen Konflikte zugunsten des Teamgeistes zurückzustellen.

Die Beteiligten selbst dementieren das natürlich und beschwören unveränderte Harmonie. Koepkas Agent Blake Smith wies die Gerüchte als haltlos zurück. Der dreifache Majorsieger selbst sagte vor Alfred Dunhill Links Championship: „Keine Ahnung, wovon da die Rede ist. Ich wäre neugierig, wer von uns bei einem solchen Handgemenge gewinnen würde. Aber Spaß beiseite: Dustin ist seit vier Jahren einer meiner besten Freunde und in der ganzen Zeit hat keiner von uns gegenüber dem anderen auch nur mal die Stimme erhoben. Ich liebe diesen Typen. Und wir haben in den vergangenen beiden Tagen zwei Mal telefoniert, alles ist gut. Und die Kameradschaft im Team war perfekt! Ihr Medien-Jungs sucht nur nach Gründen für unsere Niederlage. Aber der einzige Grund ist, dass wir nicht genug gespielt haben.“ Damit zur nächsten Schlammschlacht.

Auch Schwiegermutter hat was zu sagen

Familienbande: In der Familie von Patrick Reed wird weiter schmutzige Ryder-Cup-Wäsche gewaschen. Nach den Ausführungen von „Captain America“ in der „New York Times“ sowie von Gattin Justine via Twitter in Sachen Jordan Spieth, Teamchef Jim Furyk und Cliquenwirtschaft im US-Team meldete sich jetzt sogar Schwiegermutter Janet Kessler Karain in den Kommentaren zu einem „Golf.com“-Artikel auf Facebook zu Wort und gießt weiter Öl ins Feuer: „Der Ryder Cup ist für das US-Team zum Kumpel-System geworden“, heißt es da. Oder: „Es geht nicht ums Gewinnen, sondern nur um Politik, sonst hätten wir diesen Ryder Cup gewonnen“. Auch „Skipper“ Furyk kriegt sein Fett weg: „Wer will einen Kapitän, der die schlechteste Ryder-Cup-Bilanz in der Geschichte des Wettbewerbs hat? Ich definitiv nicht!“ Außerdem mutmaßt „Mrs. KK“, dass Spieth und Partner Justin Thomas nach der ersten Niederlage gegen Francesco Molinari und Tommy Fleetwood nicht mehr gegen Europas Traumduo spielen wollten, angeblich wurden ihr Schwiegersohn und Tiger Woods deshalb „Moliwood“ zum Fraß vorgeworfen. Und so weiter. Man mag ja Patrick Reed als schillernde, ambivalente und golfbegnadete Typen ansehen, aber seine Sippe färbt eindeutig negativ ab.

Derweil gibt es übrigens die gern angeführte „ungenannte Quelle“ aus dem US-Team, die berichtet, dass Reed selbst nicht mit dem formschwachen Spieth spielen wollte und förmlich um die Konstellation mit seinem Idol Woods gebettelt habe. Mal sehen, was da noch kommt…



Mickelsons Lamento über Le Golf National

„Lefty“ tritt kürzer: Phil Mickelson plant für die neue Saison einen reduzierten Spielplan, um „Energie zu sparen“ – und das hat was mit dem Ryder Cup und speziell mit Le Golf National zu tun. „Ich werde keine Turnier mehr spielen, wo der Platz ein solches Rough hat. Das ist für mich Zeitverschwendung“, sagte der fünffache Majorsieger am Rand der Safeway Open. Sein Golfstil sei aggressiv, attackierend und auf viele Birdies ausgerichtet. „Das Rough beim Ryder Cup war brutal, fast unspielbar; die Fairways gerade mal 13 bis 15 Meter breit, wo es bei den heutigen Drive-Längen eher 27 Meter Breite braucht. So will ich nicht spielen“, lamentierte Mickelson: „Ich habe daraus eine Menge gelernt. Mit 48 Jahren macht so was keinen Spaß. Ich kann Golf auf höchstem Level spielen, aber in meinem Alter ist das keine Selbstverständlichkeit mehr, also muss ich mich mehr schonen.“ Wenn der Linkshänder die Vermeidung von heftigem Rough und engen Fairways konsequent durchzieht, dann dürften künftig freilich auch einige US Open für ihn nicht mehr in Frage kommen, bekanntlich das einzige Major, das ihm zum Karriere-Grand-Slam fehlt…

Bjerregaard vom Besuch in Paris inspiriert

Beflügelt: Lucas Bjerregaard hat nach seinem Gewinn der Alfred Dunhill Links Championship erzählt, dass er viel Motivation für das Drei-Plätze-Turnier in Schottland aus einem Besuch beim Ryder Cup und speziell aus den Eindrücken in den Teamräumen der Europäer geschöpft habe. Von seinem dänischen Landsmann und Mentor Thomas Björn eingeladen, war Bjerregaard am Samstag in Le Golf National. „Thomas hat mich herumgeführt und mir alles gezeigt und erklärt, obwohl er sicherlich genug anderes zu tun hatte. Es war wirklich inspirierend, das alles aus der Nähe zu erleben und zu sehen, wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt und wie viel Energie Thomas investiert hat. Eines Tages möchte ich auch dabei sein“, sagte der 27-Jährige.

Tyrrell Hatton und sein After-Party-Schlafplatz

Stilles Örtchen: Wie ausgelassen die Europäer ihren Ryder-Cup-Triumph feierten, zeigen diese Videos aus der Sonntagnacht, u. a. mit Justin Rose im Mittelpunkt.



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Es ging bis in den frühen Morgen, auch das kein Wunder, und Tyrrell Hatton beispielsweise kam erst um 4 Uhr in sein Zimmer. Fürs Bett hat es dann nicht mehr gereicht, der Engländer schlief schon auf der Toilette ein. „Es war eine etwas unordentliche Nacht“, sagte er später. „Aber auch ein Zeichen für eine ziemlich gute Party.“

Greg Norman fürchtet den „Tiger Talk“

Wortmeldung: Greg Norman hatte mal wieder was zu sagen, diesmal zum Comeback von Tiger Woods. Er fürchte, dass sich jetzt erneut alles auf Woods fokussiere, sagte der Australier, eh nie ein Freund des 14-fachen Majorsiegers: „Es gibt so viel wunderbares, fantastisches Golf auf der ganzen Welt. Ich fände es schrecklich, wenn das alles im ,Tiger Talk‘ untergeht“, so „Great White Shark“ Norman gegenüber „Yahoo“. Die explodierenden Zahlen, die der neue Woods wieder generiert, sei es bei Fans oder als TV-Quoten, stehen freilich für sich. Und auch unter den Kollegen findet Norman wohl wenig Anklang, siehe dieses Foto von Justin Thomas und Rickie Fowler mit dem Superstar in dessen Restaurant – man beachte die Schrift auf den T-Shirts und Thomas‘ Text zum Foto:





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Geklaute Golfbags und krude Story um toten Bruder

Nachlass: Eine schräge Story hat US-Profi Kyle Thompson mit drei ausrangierten Golfbags erlebt. Der 39-Jährige aus Greenville/South Carolina hatte seine Garage ausgemistet und die alten Taschen zum Sperrmüll gestellt. Aber jemand schnappte sich die Bags vom Straßenrand, und kurze Zeit später erschienen sie als Verkaufsangebot auf einer Internetseite – „gepusht“ von einer kruden Story um einen toten Bruder, ohne den der Verkäufer namens „Cowboy“ nicht mehr Golf spielen wolle. Eins der Bags wurde sogar als spezielles Kyle-Thompson-Modell angepriesen. Und wegen der angeblich starken Nachfrage tauchten die Bags dann als Versteigerungsobjekte bei „eBay“ auf, „damit jeder eine faire Chance auf diese Bags hat“, schrieb „Cowboy“.


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So I put 3 old golf bags out with the trash and some yahoo pulls up and takes them all!

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Wenn die Söhne es den Vätern nachmachen…

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Kevin Tways Sieg bei der Safeway Open wirft angesichts seines Vaters Bob Tway, der 1986 sein erstes großes Profi-Turnier gewann die Frage auf, wie oft es eigentlich erfolgreiche Vater-Sohn-Konstellationen im Golf gab. Insgesamt zehn, beginnend mit Tom Morris Senior und Junior und ihren British-Open-Triumphen (1861/1868) oder Julius und Guy Boros (1952/1996) sowie in jüngerer Zeit Jay und Bill Haas (1978/2010) und natürlich „Walrus“ Craig und „Smalrus“ Kevin Stadler (1980/2014).

Früh übt sich!

Zum Schluss: Was uns alle beschäftigt, ist die Reproduzierbarkeit eines einheitlichen Golfschwungs. Da kann man mit der Übung nicht früh genug anfangen, selbst mit Eicheln als Bälle-Ersatz. Dieser Knirps macht es vor. Sein Name ist übrigens Luca, er ist noch keine zwei Jahre alt, und sein Schwung hat Zukunft:

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