Golfschuhe: Vom Zero zum Hero

Der Spanier Sergio Garcia trägt den neuen Adizero. (Foto: Getty)
Der Spanier Sergio Garcia trägt den neuen Adizero. (Foto: Getty)

Schlichte Golfschuhe waren gestern. Mit dem “adizero” von Adidas beginnt eine neue Zeitrechnung. Doch was macht einen guten Schuh aus?

Kempten, Deutschland

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Früher waren sie einfach und elegant, schwarz oder weiß. Heute sind Golfschuhe fast in allen Farben und Modellen erhältlich. Auch als trendige Sneakers oder sogar als Sandalen. Adidas hat selbst den Fußballschuh-Klassiker Samba für Golfer mit Spikes auf den Markt gebracht. Aus dem schlichten Modell sind sportliche Funktionsschuhe geworden. Der Träger, heißt es in den Werbungen der Hersteller sinngemäß, nehme den Schuh kaum mehr als Teil der Ausrüstung wahr. Und in der Tat: Die Schuhe sind mit der Zeit auch immer leichter geworden. Der neue „adizero“, den Adidas in diesem Jahr 2013 neu präsentiert, wiegt gerade noch 300 Gramm, also in etwa so viel wie drei Tafeln Schokolade.

Vor 155 Jahren ging es los

Begonnen hat die Geschichte des speziellen Schuhwerks vor gut 155 Jahren. Der älteste Hinweis stammt aus dem Jahr 1857 und erschien damals im schottischen „The Golfers Manual“. Darin wurde Golfanfängern geraten, festes Schuhwerk zu tragen, „aufgeraut mit kleinen Nägeln oder Zweigen”. So, hieß es weiter, könne man sich sicherer auf rutschigem Boden bewegen. Später wurden Stahlspikes für die Sohlen entwickelt.

Ein Experte für Golfantiquitäten ist der Regensburger Golfhistoriker Peter Insam. Er hat im Keller seines Antiquitätenladens in der bayerischen Stadt eine Sammlung historischer Golfschätze im einzigen Golfmuseum im deutschsprachigen Raum zusammengetragen, über 2000 Exponate. Darunter befinden sich unter anderem auch genagelte Golfschuhe aus dem 1920er Jahren. Der Grundgedanke und Aufbau eines Golfschuhs hat sich seitdem zwar nicht geändert, dafür aber zum Beispiel die Preis- und Angebotsspanne, die mittlerweile von 30 bis zu über 200 Euro reicht. Je nach Geldbeutel und Anforderung.

“Saddle Oxford” erstes Modell

Ein erstes Modell war der sogenannte „Saddle Oxford“, ein Schuh mit einem sattelförmigen Stück Leder rund um die Schnürsenkel. 1906 wurde dieser Schuh eigentlich für Ballspiele konzipiert, doch besonders beliebt wurde er auf diesem Gebiet nicht. Und so wurde der „Saddle Oxford“ in seiner ursprünglichen Form quasi zum Standard für Golfschuhe. Eine Optik, die selbst im 21. Jahrhundert noch in den Regalen zu finden ist.

Zunächst wurden die meisten Golfschuhe aus Leder produziert. Heute kommt es bei der Wahl des Materials auf viel mehr an. Auf die Atmungsaktivität zum Beispiel, den Wasserwiderstand oder die Wärmedämmung. Golfschuhe müssen heute nicht nur so bequem wie möglich sein, sondern auch belastbar. Deshalb wird bei der Produktion hauptsächlich mit synthetischem Leder gearbeitet.

Atmungsaktivität wichtig

Doch was macht einen guten Golfschuh aus orthopädischer Sicht aus? Dr. Patrick Ansah aus Hannover ist Mitglied des Lehrteams der offiziellen Therapiezentren der PGA of Germany. Er sagt: „Wichtig ist vor allem Passgenauigkeit. Außerdem sollten die Schuhe zumindest eine gewisse Atmungsaktivität aufweisen und herausnehmbare Sohlen haben, um  gegebenenfalls individuelle Einlagen einlegen zu können.“ Dass die Schuhe immer leichter und sportlicher werden, sei „grundsätzlich okay“. Weiter meint der Sportmediziner aber: „Der Fuß des Golfers sollte dann auch stabil genug sein – wie zum Beispiel bei Laufschuhen.“

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