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Aqua-Golf: Sanftes Training im Pool

Auch ohne Ball macht Golf im Wasser Sinn: Der Körper wird weniger beansprucht und trotzdem werden Fehler schonungslos aufgedeckt.

Aqua-Golf bei einer Trainingseinheit in Bad Ragaz. (Foto: Tamina Therme)
Aqua-Golf bei einer Trainingseinheit in Bad Ragaz. (Foto: Tamina Therme)

Die einen fliegen im Winter in den warmen Süden, um nicht aus dem Takt zu kommen. Die anderen üben zuhause fleißig in den beheizten Abschlagboxen der Driving Range oder besuchen Woche für Woche die Indoor-Anlagen. Eine recht neue Möglichkeit, den Schwung zu trainieren und sich dabei selbst fit zu halten, ist Aqua-Golf. In Deutschland, den Niederlanden und Tschechien gibt es diese Art des Wintertrainings schon länger. In der Schweiz ist die Tamina Therme in Bad Ragaz Vorreiter.

Erfunden wurde Aqua-Golf von einem Deutschen: Klaus G. Schreiber erkannte vor etlichen Jahren bei einem Schnupperkurs, dass das größte Handicap beim Golfen nicht das eine oder andere Bogey zu viel ist, sondern die Überbeanspruchung der Wirbelsäule. "Im Wasser wiegt der menschliche Körper durch den Auftrieb nur rund 20 Prozent des eigentlichen Gewichts. Man merkt jeden Fehler der Gewichtsverlagerung", sagt Stefan Hubert. Dadurch werde der Bewegungsapparat entlastet. Hubert ist Sportwissenschaftler und selbst Golfer, seit 2014 ist er Leiter sämtlicher Kurse in der Schweizer Tamina Therme. Seine Erfahrungen mit Aqua-Golf sind durchweg positiv. Hubert meint: "Unter dem Wasser ist der Widerstand fast 800 Mal höher als an Land. Dadurch werden die Bewegungen viel langsamer und genauer ausgeführt. Man lernt seinen Körper während des Schlags besser zu kontrollieren." Eine Studie kam gar zu dem Ergebnis, dass 30 Minuten Aqua-Golf wegen des höheren Energieaufwands etwa einer Übungsstunde im Trockenen entsprechen. Der Trainingsertrag ist daher um ein Vielfaches größer als auf der Driving Range.

Spezifische Trainingsformen bestimmen den Ablauf einer Einheit im Schwimmbecken. Nach einer kurzen Einweisung und einer Aufwärmphase geht es im etwa 1,40 Meter tiefen Thermalwasser um Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer. Der angenehme Nebeneffekt: Im Bewegungsbecken ist es mit 32 Grad wohlig warm. Für die Aqua-Golf-Einheiten wurden spezielle Unterwasser-Schläger entwickelt. "Sie entsprechen in etwa einem Eisen 8", erklärt Hubert. Der Kopf ist aus Aluminium und hydrodynamisch geformt. Er hat eine konkave Innen-, eine konvexe Außen- und eine kegelförmige Seitenform und bietet damit verschiedene Widerstandsmomente.

Aqua-Golf: Von Profis getestet, für Amateure empfohlen

Das kleine Nationalkader des Golfverbands Liechtenstein (GVL) und die Schweizer LET-Proette Melanie Mätzler haben bereits die Probe aufs Exempel gemacht. „Das Wasser bietet dem Schläger großen Widerstand, gibt aber gleichzeitig dem eigenen Körper viel Auftrieb. Beim Versuch, das Gleichgewicht zu halten, spürt man deutlich, wie wichtig eine gute Rumpfmuskulatur ist", erklärt Christine Tinner-Rampone. Melanie Mätzler legt diese Form des Wintertrainings auch Amateuren ans Herz. Aqua-Golf, sagt Golflehrer Mario Caligari, zwinge dazu, „einen technisch guten Schwung zu machen. Wer den Körper nicht dreht, bringt den Schläger aus der optimalen Schwunglinie und sich selbst zwangsläufig aus dem Gleichgewicht." Während man auf dem Platz solche Mängel zumindest in einem gewissen Masse kompensieren könne, sei dies unter Wasser nicht möglich.



Kursleiter Stefan Hubert hat auch schon vielen anderen Golf-Pros die Geheimnisse des Aqua-Golfs nähergebracht. Dass dabei gar kein Ball im Spiel ist, störe übrigens niemanden. "Unsere Kursteilnehmer kommen damit sehr gut zurecht. Vor dem Abschlag auf dem Platz macht man ja auch Probeschwünge und Trockenübungen", sagt Hubert.

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