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Amateure beim Masters: Immer wieder gern gesehen

07. Apr 2014
Matt Fitzpatrick und Oliver Goos geben sich nach Fitzpatricks Sieg bei der US Amateur Championship 2013 die Hände. (Foto: Getty)
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Amateure gehören zum Masters wie der Augusta National selbst. Auch im vergangenen Jahr waren wieder sechs „Neulinge“ dabei.

Auch wenn die Tage, an denen Amateur-Spieler noch um den Sieg mitspielten, längst vorbei sind: Amateure bleiben beim Masters gern gesehene Gäste – nicht nur bei den Zuschauern. Die Veranstalter laden jedes Jahr mindestens sechs Amateure aus der ganzen Welt ein. 2015 waren diese Amateur-Champions dabei:

  • Gunn Yang und Corey Conners (Gewinner und Zweitplatzierter der US Amateur Championship 2014),
  • Bradley Neil (British Amateur Champion 2013) und
  • Antonio Murdaca (Gewinner der Asiat-Pacific Amateur Championship 2013),
  • Byron Meth (Gewinner der US Amateur Public Links ) sowie
  • Scott Harvey (Gewinner der US Mid-Amateur)


Augusta is calling! Die Masters-Teilnehmer 2015 von A-Z


Amateure sind Teil der Masters-Tradition

Amateure gehören zum Masters wie der Augusta National Golf Club. Der Begründer des Masters, Bobby Jones, war selbst sein Leben lang Amateur und seinerzeit einer der besten Golfer der Welt. „Das ist sicher einer der wichtigsten Gründe, warum wir so gerne Amateure bei uns haben,“ sagt ein Augusta National Sprecher gegenüber Golf Post. Beim Masters knüpft man eben noch immer gern an die Entstehungsgeschichte um 1934 an.

14-jähriger Guan Tianlang beim Masters 2013

2013 schrieb der erst 14-jährige Guan Tianlang Geschichte als der jüngste Masters-Teilnehmer aller Zeiten. Der Chinese hatte sich über die Asia-Pacific Amateur Championship qualifiziert und schaffte bei seiner ersten Teilnahme auch gleich den Cut – und das, obwohl er als erster Spieler beim Masters einen Strafschlag für zu langsames Spielen erhielt. Guan nahm es gelassen. „Ich respektiere die Entscheidung. Es war recht schwierig, weil man nur 40 Sekunden bekommt und dann eine Entscheidung treffen muss. Aber es waren die gleichen Bedingungen für alle.“

Nach seiner vierten Runde durfte er sich über die silberne Trophäe für den besten Amateur im Feld freuen. Vor ihm hatten Spieler wie Tiger Woods, Phil Mickelson und Sergio Garcia die Trophäe gewonnen. „Es war eine tolle Woche, ich habe viel gelernt und habe es genossen. Ich hatte auch viel Spaß, muss aber noch einiges verbessern. Es ist der schwierigste Platz in der Welt, denke ich. Jeder einzelne Schlag ist schwierig.“

Über Guan, der nach Runden von 73, 75, 77 und 75 auf dem 58. Platz endete, sagte der dreimalige Meister Gary Player: „Ich dachte Guan wird 81, 82 spielen. Ich wäre auch über eine 90 nicht überrascht gewesen, weil der Platz ein solches ein Monster ist. Das Größte, was ich bis jetzt im Golf gesehen habe, war, wie Tiger Woods den Grand Slam mit 24 gewonnen hat. Aber Guans Leistung ist definitiv das Zweitgrößte.“

Tiger Woods über das „Crow’s Nest“

Die Amateure dürfen als einzige auf dem Clubgelände übernachten, im sogenannten Crows Nest – direkt im Clubhaus. Gerne erinnert sich auch Tiger Woods, der einer von elf Spielern ist, die als Amateure teilnahmen und das Masters später als Profi gewinnen konnten, an jene Tage zurück. „Das war wirklich fantastisch. Wenn man mit seiner Runde fertig war und sich ausruhte, konnte man noch immer das ganze Jubeln hören.“

Amateure kurz vor dem Masters-Sieg

Schon dreimal konnten Amateure fast das Masters gewinnen. 1956 führte Ken Venturi von der ersten Runde an und ging am Sonntag mit einem Vorsprung von vier Schlägen in die letzte Runde. Doch eine enttäuschende 80er Finalrunde mit sechs über Par auf den neun letzten Löchern erlaubten dem Konkurrenten Jack Burke, der eine 72 spielte, seinen einzigen Masters-Sieg zu erspielen – mit einem Schlag weniger als Venturi.

Auch Frank Stranahan (1947), sowie Charles R. Coe (1961) schafften es als Amateure, das Masters als Zweitplatzierte zu beenden. Coe erspielte sich auch in zwei anderen Jahren ein Top-10-Finish und ist mit Billy Joe Patton der einzige Amateur, der sich unter die besten Zehn beim Masters spielen konnte.

Coe, der nie als Profi spielte, da er lieber Zeit mit seiner Frau und Familie verbrachte und über ein erfolgreiches Berufsleben in der Öl-Branche verfügte, teilt sich auch den Rekord für die meisten Teilnahmen als Amateur. 19-mal nahm der in Oklahoma geborene Golfer am Masters teil – genauso oft wie Dick Chapman.

John Foughts Rat für Amateure: „Genießt es einfach“

John Fought, der 1977 als Amateur am Masters teilnahm, erinnert sich noch gerne an das Ereignis. „Augusta National ist wie ein gesegneter Platz. Ich denke, jeder Golfer möchte dort einmal spielen. Es war etwas ganz Besonderes. Toll ist es auch, dass der Club die Amateure in einem Flight mit Ex-Champions spielen lässt. Ich habe mit Art Wall und Tommy Aaron gespielt,“ erinnert sich Fought in einem Exklusiv-Interview mit Golf Post. „Ich bin damals etwas früher nach Augusta gereist und habe schon vorher drei Runden gespielt. Am ersten Abschlag war ich dann sehr nervös. Ich habe in den Bunker geschlagen, konnte aber trotzdem noch ein Birdie spielen. Allerdings ging es von dort an nur noch bergab,“ sagt er mit einem Schmunzeln. „Der Platz flößt einem Ehrfurcht ein. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes.“

Für Amateure, die erstmals dabei sind, hat Fought einen guten Rat: „Genießt es einfach. Bleibt ruhig und glaubt an euren Schwung. Wenn ihr es geschafft habt am Masters teilzunehmen, seid ihr gute Spieler. Bleibt fokussiert, habt eine tolle Zeit, denn ihr werdet bis an euer Lebensende daran denken.“

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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