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Abu Dhabi vs. Bali – Golfreisen mit Kulturschock

02. Mai 2016
1001 Nacht vs. 1001 Götter - Sowohl in Abu Dhabi als auch auf Bali lässt es sich wunderbar golfen. (Foto: Getty)
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Wüstenmonde gegen Sonnenstrände – 1001 Unterschiede trennen Abu Dhabi und Bali, doch Golfreisen sind an beiden Orten möglich.

Wie geht Golfreisen im 21. Jahrhundert? Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen und stabilisiert sich auf hohem Niveau. Allerdings waren wir nie zuvor exotischen Zielen gegenüber so aufgeschlossen.

Der geneigte Golfer auf Entdeckungsreise um die Welt kann mittlerweile aus den Vollen schöpfen und hat die Qual der Wahl. In den letzten Jahren wurden außergewöhnliche Golfplätze an allen Ecken und Enden dieser Welt gebaut und die Unterschiede zwischen ihnen sind fast größer als die Gemeinsamkeiten. Höchste Zeit, den „Clash of Cultures“ zum Inhalt von Reisen über den gesamten Globus zu machen.


Wo könnte man diese Serie besser beginnen als im islamischen und hinduistischen Kulturkreis? Perfekt eignen sich Abu Dhabi & Bali – ein „Clash of Cultures“ mit 1001 Nacht vs. 1001 Gott.

Golfreisen ins geheimnisvolle Abu Dhabi

Gespickt mit persönlichen Vorstellungen geht es Richtung Abu Dhabi und bereits bei Ankunft auf dem Rollfeld bestätigt sich das erste Vorurteil: es ist richtig heiß – vor allem zwischen März und Oktober. Ansonsten präsentiert sich Abu Dhabi aber aufgeräumt und amerikanisch: breite vier- und fünfspurige Straßen, moderne Gebäude und Wolkenkratzer mit Glasfassaden in einer „Stadt“, in der es kein klassisches Zentrum gibt. Abu Dhabi besteht aus mehreren Inseln, die alle mit Highways und Brücken verbunden sind. „1001 Nacht“ sucht man allerdings vergeblich – nur der Creek mit der großartigen Sheikh Zayed Moschee lässt erahnen, dass man sich hier in einem arabischen Land befindet. Möchte man mit der eigentlichen Kultur in Kontakt kommen, gönnt man sich am besten einen Aufenthalt im Emirates Palace oder kombiniert die Reise mit den Nachbaremiraten Dubai, Oman oder Ras Al Khaimah, die auch tolle kontrastreiche Golfplätze bieten.

Golfplätze als Oasen in der Wüste

Im Abu Dhabi GC findet alljährlich die Abu Dhabi HSBC Golf Championship statt, die Martin Kaymer 2011 gewinnen konnte. (Foto: Getty)

Im Abu Dhabi GC findet alljährlich die Abu Dhabi HSBC Golf Championship statt, die Martin Kaymer 2011 gewonnen hat. (Foto: Getty)

Abu Dhabis Golfplätze liegen eigentlich an einer einzigen Straße, die sich ringförmig durch die Stadt bewegt. Der Abu Dhabi Golf Club, der älteste unter ihnen, erscheint durch die Beregnungsanlagen wie eine Oase in der bebauten Wüste. Mehrere große Seen und kleine künstliche Flussläufe dienen als Wasserspeicher und es lässt sich erahnen, welcher Aufwand hier betrieben wird, um die Illusion einer fruchtbaren Landschaft zu erzeugen. Lediglich die „Wasteareas“ erinnern an manchen Löchern daran, wie die Vegetation hier normalerweise aussieht. Vom Layout her ist dieser Platz für alle Spielstärken geeignet, die Variation liegt im Setup, also in der Geschwindigkeit und Härte der Grüns.

Der nächste Golfclub befindet sich auf Saadiyat Island. Die Insel stellt das aktuelle Großprojekt Abu Dhabis dar, im Zuge dessen ein Guggenheim Museum sowie andere Attraktionen futuristischer Art geplant sind, die man im Abendland nahezu nie zu Gesicht bekommt. Der Saadiyat Beach Golfclub jedoch ist wenig futuristisch. Ein solider Platz mit 18 netten Löchern am Strand entlang. Elektro-Beats wummern über die Clubhausterrasse und sind teilweise auch auf dem Platz zu hören. Hier sollen sich die sogenannten Ex-Pats (Ausländer, die in Abu Dhabi arbeiten) und die Touristen wohlfühlen und die Seele baumeln lassen.

Vor 15 Jahren sah man in Abu Dhabi außer Beduinenzelten, Wüste und Mangroven am Wasser nicht wirklich viel. Heutzutage sollen alle Attraktionen der Welt in das Emirat passen. So entstand auf Yas Island eine Formel-1-Rennstrecke, die mitten durch das außergewöhnliche Hotel Viceroy Yas Abu Dhabi führt. An dieses grenzt eine Marina voll funkelnder Luxusyachten sowie die Ferrari World inklusive der schnellsten Achterbahn der Welt, ein Wasser-Funpark und der Yas Links Golfclub. Kyle Phillips integrierte den Platz harmonisch in die künstlich geschaffene Dünenlandschaft. Es werden zwar einige spektakuläre Schläge übers Wasser von den Spielern verlangt, aber im Prinzip ist der Platz durch seine breiten Fairways für Spieler aller Klassen zu meistern. Wellige Fairways und Grüns prägen diesen Golfplatz, der sich allerdings nicht wie ein typischer Linkscourse spielt, denn obwohl die permanente steife Brise einen erheblichen Faktor in der Schlägerwahl darstellt, kommt das echte Links-Feeling nicht so recht auf. Bump-and-Runs oder Putts 40 Meter vor dem Grün sind hier nicht zu empfehlen, denn das Gelände wird dafür zu viel gewässert und die Gräser gleichen eher weichen amerikanischen Sorten. Dennoch ein schöner Golftag.

Fazit zu Abu Dhabi

Abu Dhabi erinnert im Ganzen an Disney World. Das Emirat gleicht einer Welt, die für Touristen erschaffen wurde, ohne diese in das Herz der arabischen Kultur blicken zu lassen. Ein Spagat zwischen islamischen Wurzeln mit Bekleidungsvorschriften auf offener Straße und den Abziehbildern amerikanisch-europäischer Leitkultur. Gegessen wird meist in den Hotels, ohne wirklich mit einheimischen Speisen in Berührung zu kommen. 1001 Nacht light – trotzdem macht Abu Dhabi Spaß, wobei 3-5 Tage als Zwischenstop ausreichen.

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Weiter geht’s nach Bali

Ungefähr zwölf Flugstunden weiter Richtung Osten präsentiert sich Bali, die bekannteste Insel Indonesiens, völlig anders. Nicht nur die Landschaft mit ihrer üppigen Vegetation oder die Bebauung stehen im krassen Gegensatz zu Abu Dhabi. Die Bewohner suchen den Kontakt zu den Touristen und man ist direkt ins Leben der Balinesen und in die hinduistische Kultur der „1001 Götter“ integriert. Bali versteckt seine Kultur nicht, überall sind kleine und größere Tempel. Auch auf den Golfplätzen kommt man häufig an kleinen Schreinen vorbei, die jeden Tag mit frischen Blumen verziert werden.

Nach dem Tempelbesuch auf den Golfplatz

Der berühmteste Tempel steht auf dem Gelände des Nirwana Bali Golf Clubs. Puru Tanah Lot soll von Riesen erbaut worden sein, um Bali vor Unheil zu beschützen. Er liegt auf einer kleinen Insel nur circa 100 Meter vor den Klippen des siebten Lochs und ist ausschließlich bei Ebbe zu erreichen. Auch die Caddies, die übrigens auf allen Plätzen verpflichtend sind, bilden eine balinesische Eigenart: sie plaudern gern und viel, und auch wenn man mit Buggy spielt, ist ein Caddy pro Spieler Pflicht. Dies soll das Spiel beschleunigen. Ansonsten geht es für die Balinesen um die soziale Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, allerdings unterstützt durch eine akribische Ausbildung der Caddies.

Nirwana ist auch ohne Tempelbesuch einen Umweg wert, egal wo man auf der Insel wohnt. Das Layout von Greg Norman gehört mit Sicherheit zum Besten, was der asiatische Raum zu bieten hat. Auf vielen Löchern wird man mit atemberaubenden Ausblicken über schroffe Küsten, Reisfelder und tropische Wälder belohnt. Der Name ist Programm, denn an diesem Fleckchen Erde ist es fast so, als ob Krishna höchst selbst entschieden hätte, hier einen Golfplatz zu bauen – ein fast meditatives Erlebnis. Ein weiteres golferisches Highlight ist der National Bali Golfclub in der Nähe der Tourismus-Hochburg Nusa Dua. Der Platz wurde gerade frisch renoviert und hat zwei charakteristisch völlig unterschiedliche Teile. Die eine Hälfte ist hügelig mit altem Baumbestand: Doglegs und Schräglagen fordern hier strategisches Denken, der Platz bleibt aber immer fair und gut spielbar. Die zweite Hälfte ist eher flach mit großen Bunkern. Wasteareas und Wasserhindernisse sorgen für Abwechslung und Herausforderung. Ein Platz mit vielen Gesichtern.

New Kuta Golf Club ist der dritte spielenswerte 18-Loch Platz auf Bali. Er ist wirklich gut gemacht, bisweilen sogar spektakulär, wenn er sich an den Klippen entlang windet oder man bei manchen Schlägen fast 270 Grad Ozean um sich liegen hat. So ganz kann er jedoch mit den anderen beiden nicht mithalten, was allerdings an deren Klasse liegt und nicht an der mangelnden Qualität von New Kuta.

Golfreisen in ein vielseitiges Inselparadies

Auf Bali darf man jedoch nicht nur Golf spielen: vielseitige Yoga-, Spa- und Wellness-Angebote, Tagestouren in die Berge, Wassersport – insbesondere Surfen auf einer der besten Wellen der Welt bei Padang Padang – Tempel und großartige kulinarische Erlebnisse garantieren einen großartigen Aufenthalt.

Insgesamt 10-14 Tagen reichen für diesen unvergesslichen Trip der Kontraste.

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Verena und Tobias Dier

Verena und Tobias Dier - Freie Autoren für Golf Post

Tobias Dier ist zweimaliger European-Tour-Sieger und gehört noch immer zu den fünf erfolgreichsten deutschen Golfprofis. Mit 60 Schlägen hält er seit Jahren den Rekord des niedrigsten Scores auf der European Tour. 2009 die Golfkarriere an den Nagel gehängt, beschränkt er sich mittlerweile auf launige Runden mit Freunden und der Familie. Verena Dier arbeitete 20 Jahre als Leistungssport-Koordinatorin und Pressereferentin für Golfverbände. Nach Studium von Touristik- und Sportmanagement, inklusive einschlägiger Berufserfahrung, sind sie und Ehemann Tobias mit der eigenen Firma als Consultant in der Golf- und Reisebranche tätig.

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